Samstag, 21. April 2018
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Chronik der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Weilheim

Die erste bekannte, organisierte „Feuerwehr” geht auf den römischen Kaiser Augustus zurück, der 24 v. Chr. eine entsprechende Wache aufstellte. Der wichtigste Ausrüstungsgegenstand der Feuerwehren vom antiken Rom bis zum Beginn der Neuzeit war der Eimer, der von Hand zu Handgereicht wurde, um Wasser an den Brandherd zu bringen. Ein weiteres Werkzeug zur Brandbekämpfung war die Axt, mit der man brennbare Materialien entfernte und Öffnungen schuf, durch die Hitze und Rauch aus brennenden Gebäuden abziehen konnten. Bei großen Bränden wurden lange Haken mit Seilen verwendet, um Gebäude niederzureißen und sFeuerschneisen zu schaffen. Nach dem großen Brand von London 1666 gründeten Versicherungsgesellschaften Feuerwehren. Die Regierung beteiligte sich erst 1865 daran, als diese Feuerwehren zur Londoner Stadtfeuerwehr (London’s Metropolitan Fire Brigade) wurden. Die ersten modernen Standards für den Betrieb einer Feuerwehr wurden erstmals 1830 in Schottland ausgearbeitet.


Die Freiwillige Feuerwehr Weilheim wurde am 14.Juni 1876 gegründet. Am 1.Juli 1972 wurde Sie zur Stützpunktfeuerwehr im Bezirk Nord. Grund dafür war die Zusammenlegung der beiden Landkreise Weilheim und Schongau. Mit derzeit 11 Einsatzfahrzeugen leisten die 80 Mitglieder bei rund 60 THL-Einsätzen und 50 Brandeinsätzen sowie knapp 100 Sicherheitswachen ihren aktiven Dienst.

 

Die Ersten 100 Jahre - ein kurzer Abriss

(von Andreas Richter und Thomas Koterba)

 

Vorgeschichte: Bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts existierte in Weilheim, wie es in ganz Bayern üblich war, eine Pflichtfeuerwehr, die zwar im Brandfall Hilfe leistete, aber aufgrund mangelnder Motivation keine Übungen organisierte. Dadurch kämpfte die ungeübte Mannschaft nur allzu oft vergeblich mit dem Feuer. Im Jahre 1852 gründete der Turnverein eine Rettungsgesellschaft, von der vor allem in den 60er Jahren des 19. Jahrhunderts mehrfach die Anregung zur Gründung einer Feuerwehr erging. Am 29.Oktober 1865 wurde in Weilheim ein Feuerwehrverein gegründet, der aber schon im Januar 1872 wegen unzureichender Unterstützung wieder aufgelöst werden musste.

Geschichte der Feuerwehr Weilheim: Nach dem Beispiel einiger Gemeinden im Umkreis wurde am 14. Juni 1876 auch die Freiwillige Feuerwehr in Weilheim neugegründet. Zum ersten Vorstand wurde der damalige Bezirksamtmann Lothar Frank gewählt, der Posten des ersten Kommandanten wurde mit Oswald Weinhart besetzt.

Die Feuerprobe hatte die Weilheimer Wehr am 26. August 1876 bei einem durch Blitzeinschlag entstandenen Großbrand in der Zotzenmühle zu bestehen. In der Generalversammlung am 4.März 1877 konnte Bezirksamtmann Frank stolz verkünden, dass die Wehr mit einem Personalstand von 171 aktiven und 180 passiven Mitgliedern und einem Zuschuss von 2500,- Mark startet. Nach ca. elf Jahren stand im Jahr 1887 die erste größere Ersatzbeschaffung von 200 m Doppelhanfschlauch und einer neuen Feuerspritze an; von den Kosten in Höhe von  3.703,50 Mark übernahm die Stadt 2.000 Mark, den Rest musste der Feuerwehrverein aufbringen. Der Mannschaftsstand betrug zu dieser Zeit 167 aktive und 65 passive Mitglieder. Nach mehreren Jahren lückenhafter Eintragungen wird erst wieder von der Generalversammlung am 23. April 1895 berichtet. In deren Verlauf wurde als Vorstand Oswald Weinhart und als Kommandant Johann Miller gewählt, außerdem wurde der Kauf einer Schubleiter beschlossen. Die erste Rauchmaske wurde 1897 bei Magirus in Ulm für 17,50 Mark erworben. Im Jahre 1899 muss als größerer Einsatz die Hochwasserkatastrophe in der Thürlmühle genannt werden, außerdem verstarb das Gründungsmitglied Oswald Weinhart, woraufhin am 28. April 1900 der königliche Regierungsrat Alois Engl zum neuen Vorstand ernannt wurde. Im Jahr 1903 war der absolute Höchststand von 230 aktiven Mitgliedern (bei 4500 Einwohnern) erreicht, außerdem wurde erstmals über die Beschaffung einer Alarmeinrichtung geredet. Zum neuen Vorstand wurde Johann Hipper gewählt. 1905 erfolgte die Aufhebung der ständigen Turmwache. Unter anderem durch die damit verbundenen Einsparungen konnte am 22. Januar 1907 in der Generalversammlung der Auftrag für die Erstellung einer telefonischen Alarmanlage an das kgl. Oberpostamt vergeben werden. Zum neuen Kommandanten wurde Franz Fischer gewählt. Die Einführung der einheitlichen Uniformierung aller Feuerwehrmänner erfolgte im Jahr 1908. Am 1. April gleichen Jahres konnte auch die neue Alarmanlage in Betrieb genommen werden.

1910 musste die Feuerwehr durch einen Erlass des Landesfeuerwehrausschusses neu organisiert werden, alles wurde nach einem militärischen System mit neuen Titeln und Bezeichnungen geordnet. Außerdem wurde eine zweirädrige Nürnberger Schiebeleiter zum Preis von 440,- Mark angeschafft. Nach der Versetzung des bisherigen Vorstands Johann Hipper nach Kempten wurde Bezirksamtmann Theodor Faigl am 18. März 1911 einstimmig zum neuen Vorstand gewählt. Am 12. September 1911 musste die Weilheimer Wehr frühmorgens um 3.00 Uhr zu einem Großbrand in der Gaststätte „Zum Neuner" ausrücken, bei diesem Einsatz erlitt der Malermeister Georg Franz einen Unfall, der für ihn die teilweise Erwerbsbeschränktheit bedeutete, woraufhin ihm die Landesunterstützungskasse den angemessenen Betrag von 119,50 Mark auszahlte. Als Zwischenbilanz nach etwas mehr als 35 Jahren konnte am 28. Januar 1912 bei der Generalversammlung eine Personalstärke von 204 aktiven sowie 186 passiven Mitgliedern und ein Gesamtwert von ca. 15.000,-- Mark an Gerätschaften und Armaturen genannt werden.

Direkt zu Beginn des ersten Weltkriegs 1914 mussten drei Wehrmänner an die Front. Am 11. März 1915 gestaltete sich die Personalsituation folgendermaßen: 103 aktive Mitglieder wurden zum Kriegsdienst einberufen, dennoch standen noch 102 Aktive zum Feuerwehrdienst in der Heimat zur Verfügung. Am 8. März 1919 wurde bei der ersten Hauptversammlung nach dem ersten Weltkrieg zuerst der 16 gefallenen und der drei Kameraden, die sich in Kriegsgefangenschaft befinden, gedacht. Daraufhin wurde der Kaminkehrermeister Fritz Antlsperger zum neuen Kommandanten gewählt. Am 9. April 1921 beschlossen die damals 190 aktiven Mitglieder die Anschaffung einer neuen Motorspritze mit einer Pumpleistung von 800 l/min. Der Kaufpreis der Pumpe betrug aufgrund der Inflation anstatt der im Jahr 1914 vorgesehenen 5.000,- Mark nun 78.000,-- Mark. Die Indienststellung der Pumpe konnte im August erfolgen. Gerade im Jahr 1923 wurde die Wehr durch die Inflation, die auf ihren Höhepunkt zuging, arg gebeutelt. Eine Überlieferung aus dem damaligen Jahresbericht lautet: „Eine kleine Dose Klebstoff zum Reparieren der Schläuche kostete im Dezember mehr, als im Juli eine moderne Überland-Automobilspritze". Im Jahr des 50-jährigen Jubiläums wurde der Oberamtmann Karl Ringer zum neuen Vorstand ernannt. Eine neue mechanische Schiebeleiter wurde der Wehr von der Stadt als Jubiläumsgeschenk übergeben. In der Generalversammlung vom 02. März 1929 wurde Gustav Bernhofer zum neuen Kommandanten, im darauf folgenden Jahr Oberregierungsrat Gottfried Wallenreuter zum Vorstand gewählt.

Im Jahr 1934 wurde Georg Ringholz jun. vom Landesamt als Kommandant eingesetzt, Gustav Bernhofer wurde zum neuen Vorstand gewählt. Außerdem machte sich bemerkbar, dass Adolf Hitler seit einem Jahr Reichskanzler war, so wurde beispielsweise an den Feuerwehrmützen das Hoheitsabzeichen und an der Fahne ein Hakenkreuzwimpel angebracht. Alle Versammlungen wurden mit einem „Sieg Heil" beendet. Die NSDAP stellte bei jedem Brand 10 bis 12 Mann zur Verfügung. Statt der jährlichen sechs Übungen werden nun monatliche Appelle eingeführt. Außerdem sollte sich die Feuerwehr uniformiert an zahlreichen Paraden beteiligen.

1936 wurden die ersten Kameraden zur Wehrmacht einberufen und das Amt des Vorstandes abgeschafft. Erstmals im Jahr 1937 wurden Feuerwehr und Luftschutz als zusammengehörende Organisationen bezeichnet. Noch betrug der Mannschaftsstand 120 Aktive, es wurde aber bereits eine Altersfeuerwehr gegründet. Ein neuer Mannschafts- und Gerätewagen konnte 1938 von den Wehrmännern übernommen werden. Im September wurde die Feuerwehr, auf Anordnung von oben, in „Feuerlösch-Polizei" umbenannt.

Direkt zu Beginn des 2. Weltkriegs am 1. September 1939 sind einige weitere Kameraden zum Heeresdienst eingezogen worden. Das Hochwasser im Juni 1940 nahm die Wehrmänner mehrere Tage in Beschlag. Im Sommer wurde ein sonn- und feiertäglicher Bereitschaftsdienst für jeweils drei Männer eingeführt. Laut Beschluss vom 9. November 1940 musste die Feuerwehr bei Fliegeralarm nun auch bis nach München ausrücken. An der Hauptversammlung am 17. Januar 1942 konnte nur die Hälfte aller Kameraden teilnehmen, da die andere Hälfte an der Front stand. Die ersten zwei Kameraden waren zu diesem Zeitpunkt auch schon an der Front gefallen. Viele ältere Kameraden mussten die entstandenen Lücken füllen und betrieben wieder den Feuerwehrdienst. Es wurde aber auch eine HJ-Feuerwehr gegründet, ebenso wie eine reine Frauengruppe, die sich auch beide bei Einsätzen bewährten. In diesem Jahr wurden auch viele Übungen und Unterrichte zum Thema Brandbomben sowie anderer kriegsbedingter Probleme gehalten. Am 8. Januar 1944 verstarb das letzte Gründungsmitglied der Weilheimer Wehr, Anton Bauer. Ende April 1944 gab es die spektakulärsten Einsätze in München bei den Fliegerangriffen. Diese Einsätze waren für die Männer äußerst gefährlich aber sie konnten auch stolz auf sich sein, immerhin waren sie es, die den „Alten Peter" in München vor der völligen Vernichtung bewahrten! In diesem Jahr gab es insgesamt 102 Einsätze, wovon sich zehn in München abspielten. Tagsüber wurden die Einsatzfahrzeuge aus dem Gefahrenbereich der Stadt gebracht und des Nachts wieder zurückgeholt.

Der 19.April 1945 war für die Weilheimer der schlimmste Tag des 2. Weltkriegs, sie mussten einen zweistündigen Fliegerangriff über sich ergehen lassen. Das Bahnhofsviertel war danach völlig zerstört, schwer getroffen wurden das Post- und Telegraphenamt, das Lagerhaus Fischer, Geisenhofer, Römer, der Nordteil des Bahnhofs, ein Teil der Weilheimer Zeitung und der Firma Zarges. Sechs Löschgruppen aus Weilheim, zwei aus Wielenbach und Penzberg und diverse Werksfeuerwehren waren mit jeweils zwei Groß- und Mittelbränden beschäftigt. Bei diesem Angriff verloren 19 Menschen ihr Leben und 42 wurden obdachlos. Zehn Tage später war auch in Weilheim, mit dem Einmarsch der Besatzungsmächte der Krieg beendet. Einen großen Verlust bedeutete die Heimfahrt der Franzosen, sie verschwanden nämlich mit dem Löschfahrzeug LF 8.  Die amerikanische Militärregierung teilte unserer Wehr aber kurz darauf zwei Luftwaffen- Löschfahrzeuge zu.

1946 mussten die Einsätze nachkriegszeitlich bedingt mit nur 46 aktiven Mitgliedern bewältigt werden. Bergsteiger waren 1947 beim Waldbrand an der Arnspitze bei Mittenwald gefragt, dieser dreiwöchige Einsatz wurde von den Kameraden, die laut Einsatzleiter sehr viel gesehen und gelernt haben, völlig unentgeltlich bewältigt. Bei der Generalversammlung im Jahr 1949 wurde das Amt des Vorstandes wieder eingeführt, es wurde wieder von Xaver Miller besetzt, es wurden auch die alten Dienstgradbezeichnungen wieder eingeführt.

Das 75-jährige Gründungsjubiläum konnte am 26. August 1951 unter besten Bedingungen gefeiert werden. Am 27. Juni 1953 konnte die Grundsteinlegung des neuen Gerätehauses  gefeiert werden, es war schon am 6. Dezember bezugsfertig. Neuwahlen waren am 12. März 1955 angesagt, neuer Kommandant wurde Franz Ringholz, das Amt des Vorstandes übernahm Ludwig Wiedemann. Ein Versuch, Unterstützung bei dem Brand der Kirche in Forst, am 25. Januar 1956, zu leisten, scheiterte an der spiegelglatten Straße am Forster Berg, die für die Löschfahrzeuge ein unüberwindbares Hindernis darstellte. Dr. Johann Bauer übernahm 1958, als amtierender Bürgermeister, das Amt des Vorstandes. Die ersten zwei Preßluftatmer wurden 1959 für eine speziell ausgebildete Rettungsmannschaft angeschafft. Zwei  Luftschutzfahrzeuge konnten, am 11. November 1959 in Fürstenfeldbruck übernommen werden. Auch die Feuerwehr musste sich ständig anpassen, dies zeigte auch der Besuch des Kommandanten bei einem Lehrgang für den Umgang mit radioaktiver Strahlung im Feuerwehrdienst, ein bis dahin noch völlig unbekanntes Problem, im Jahr 1961. Im Juni 1962 war in Weilheim der Langersehnte, so genannter stiller Alarm Wirklichkeit geworden. Es wurden 25, in vier Schleifen eingeteilte Alarmempfänger bei den Feuerwehrmännern persönlich stationiert. Eine neue mechanische Drehleiter konnte in der Verwaltungsratssitzung vom 9. Januar 1963 zu einem Preis von DM 63.390,- bei Magirus in Ulm bestellt werden. Die Übernahme und Einweihung der Drehleiter konnte schon im Juni 1964 begangen werden. Nach dem Personalaufschwung nach dem Krieg machte der Feuerwehrführung der Mitgliederschwund wieder Sorgen, in einer Zeit des Wohlstands und der wirtschaftlichen Hochkonjunktur waren z. B. 1966 nur noch 53 aktive Mitglieder im Einsatzfall verfügbar. Die Generalversammlung am 31. Januar 1969 brachte die Neuwahl von Andreas Bischel zum Kommandanten. Die Jahre 1969 und 1970 brachten auch wieder Veränderungen in den Einsatztagebüchern, es mussten verstärkt schwere Verkehrsunfälle bewältigt werden. Hervorzuheben sind auch zwei schwere Tankwagenunfälle im Juli 1969 und im April 1970; sie konnten aufgrund unzureichender Ausrüstung nur mit großer Mühe bewältigt werden. Folge dieser Unglücke war die Beschaffung eines Rüstwagens Öl, der am 29. Dezember 1970 bei der Firma Paul Ludwig in Bayreuth übernommen werden konnte. Durch die Gebietsreform am 1. Juli 1972 wurden die Landkreise Weilheim und Schongau zusammengelegt, dies brachte auch für unsere Feuerwehr Veränderungen, da sie Stützpunktfeuerwehr im Bezirk Nord wurde. Einen Anstoß für die Beschaffung eines Rüstwagens und eines Trockentanklöschfahrzeugs gab das schreckliche Schulbusunglück am 30.November in Pähl, bei dem zwei eingeklemmte Mädchen mit mangelhafter Ausrüstung befreit werden mussten. Am 20.Februar 1974 wurde, aufgrund des großen Interesses junger Leute am Brandschutz, eine Jugendfeuerwehr gegründet. Das Amt des Jugendwartes übernahm damals Erwin Keller. Zur besseren Rettung eingeklemmter Schwerverletzter aus Autowracks konnte im April 1975 eine HURST-Rettungsschere übernommen werden. Kurz darauf wurden im September auch der Rüstwagen und das Trockentanklöschfahrzeug, die vom Landkreis der Feuerwehr Weilheim zur Verfügung gestellt wurden, von der Firma Bachert fertig gestellt. Seit Anfang 1975 liefen schon die Vorbereitungen zum 100-jährigen Jubiläum auf Hochtouren. Kurz vor dem Jubiläum konnten die in Eigenregie  gebaute Atemschutzwerkstatt und die Funkkabine in Betrieb genommen werden. Zum 100-jährigen Jubiläum wurde der Feuerwehr von der Stadt ein neues Löschfahrzeug LF 16 zum Geschenk gemacht. Es wurde im Rahmen des Jubiläums am 20.Juni 1976, zusammen mit der neuen Fahne, eingeweiht.

 

Chronik der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Weilheim
1976 - 2001

(von Thomas Koterba)

 

Das Jahr 1976 stand ganz im Zeichen des 100-jährigen Jubiläums der Freiwilligen Feuerwehr Weilheim! So fand am Freitag, den 18.06.1976 im damals neu renovierten Stadttheater ein glanzvoller Festabend statt, in dessen Verlauf neben diversen anderen Auszeichnungen auch drei verdiente Feuerwehrmänner die Bürgermedaille der Stadt Weilheim erhielten, nämlich Georg Ringholz, Franz Ringholz und Hans Wiedemann. Am Samstag, den 19.06.1976 gab es nach der Totenehrung am Kriegerdenkmal einen ausgelassenen Kameradschaftsabend im Festzelt. Höhepunkt jedoch war dann der Sonntag, der 20. Juni 1976! Nach dem Festgottesdienst in St. Pölten mit Fahnen- und Fahrzeugweihe (Die Feuerwehr erhielt von der Stadt quasi als Geburtstagsgeschenk ein neues LF 16) bewegte sich ein herrlicher Festzug mit 64 Feuerwehren, 13 Musikkapellen und zahlreichen historischen Geräten, die von prächtig geschmückten Gespannen gezogen wurden, durch die Stadt. Trotzdem ist auch ansonsten eine ganze Menge in diesem Jahr geschehen, so beispielsweise der Einbau einer ersten „echten" Funkkabine in das damalige Feuerwehrhaus (hinter dem heutigen Landratsamt). Den ersten Einsatz nach dem Jubiläumsfest durfte die Wehr dann gleich am Montag, den 21.06.76 bewältigen, als im Feichtl ein Haufen Waldabfall sich entzündet hatte, nachdem darunter im Erdreich vergrabene Weltkriegs-Gewehrmunition explodiert war. Am  11.07.76 wurden wir zu einem Giftgaseinsatz nach Polling gerufen. Hier war in einer Lagerhalle aufgrund Überhitzung ein Fass Methylacetat geplatzt und ausgelaufen. Durch intensive Kühlung konnte verhindert werden, dass weitere Fässer explodierten und sich der Schaden ausweitete. Am 18.07.76 brannte in Polling ein Feldstadl nach Blitzeinschlag ab. Zu einem Heuwehrgeräteeinsatz kam es dann in Weilheim beim Andrä am 18.09.76, als sich ein Grummetstock überhitzt hatte. Übers Jahr hinweg durfte die Feuerwehr insgesamt 7 kleinere Öleinsätze bewältigen, sowie 4 schwere Verkehrsunfälle. Bemerkenswert war dann noch eine Verletztenbergung am 26.11.76 in Pähl, als ein Bub befreit wurde, der sich in einer Mühle, vermutlich beim Spielen, mit seinem Bein zwischen Wasserrad und Betonsockel eingeklemmt hatte; dieser Spalt betrug nur 4,5 cm; die ganze Angelegenheit war für den Buben mit ziemlichen Schmerzen verbunden! Im Jubiläumsjahr 1976 hat erstmals eine Jugendgruppe der Feuerwehr Weilheim mit 13 Mann das Jugendleistungsabzeichen erfolgreich abgelegt. Des weiteren besuchte die Jugendgruppe unter dem damaligen Jugendwart und späteren Kreisbrandinspektor Erwin Keller die Fliegerhorstfeuerwehr Penzing. Der Mannschaftsstand im Jahr 1976 betrug 77 Mann, davon waren 12 Mann unter 18 Jahren.

Das Jahr 1977 begann gleich mit einem schweren Verkehrsunfall auf der B2 am Hirschberg, einem der markanten Unfallschwerpunkte des Landkreises. Nach einem Frontalzusammenstoß mussten 2 Tote und 3 Schwerverletzte aus den Autos befreit werden. Ansonsten waren 1977 zwei Einsatzschwerpunkte festzustellen: Zum einen war die Wehr allein fünfmal mit Heuwehrgeräten beschäftigt, überhitzte Heustöcke zu bekämpfen, zum anderen waren einige Brände in landwirtschaftlichen Anwesen zu bearbeiten, so z. B. am 21.07.77 in Weilheim in der Oberen Stadt das Anwesen Johann Hoffmann. Auch gab es in diesem Jahr einmal die Situation, dass 3 Einsätze an einem Tag und auch nahezu gleichzeitig stattfanden. Dies war der 22.04.77, als zuerst in einem Wohnstift in Dießen im Keller eine Chlorgaswolke freigesetzt wurde. Noch während dieser Einsatz lief, kam der nächste Alarm: Auf dem Bundesbahngelände am Weilheimer Bahnhof liefen aus dem geplatzten Ölbehälter einer E-Lok große Mengen Öl aus. Am Abend des gleichen Tages musste auch noch eine Ölspur in Weilheim beseitigt werden. Am Samstag, den 16.09.77 um 04.30 Uhr früh wurde die Feuerwehr zu einem Hilfeleistungseinsatz für ein in eine Jauchegrube eingebrochenes Jungrind gerufen. Hierzu darf ich auf einen Extra-Einsatzbericht eines Beteiligten verweisen (siehe Seite xx). Zu einem LKW-Brand wurden wir am 11.10.77 nach Paterzell gerufen, hier brannte ein Teer-Kesselwagen, bei dem das Hauptproblem das Ablöschen des brennenden Aluminium-Motorblockes war. Ansonsten ist für 1977 noch zu vermelden, dass eine Auswahl unserer Feuerwehrjugend am 18.06.77 ein schon traditionelles Fußballspiel gegen die Ministranten von Mariä Himmelfahrt mit 3:1 gewann. Am 28.06.77 wurde endlich das Floriansstüberl im alten Feuerwehrhaus fertig gestellt.

In der Nacht vom 14. auf 15.01.78 wurde landkreisweit umgestellt auf die neue Funkalarmierung. Hierbei gab es anfangs schon noch „Kinderkrankheiten", die aber im Wesentlichen im Laufe des Jahres dann beseitigt wurden. Am 22.04.78 wurde die Feuerwehr in Weilheim zum Brand des Höckhauses in der Pöltnerstraße gerufen, bei dem auch das Nachbarhaus stark gefährdet war, aber durch den massiven Einsatz der Feuerwehren aus Weilheim und Peißenberg gehalten werden konnte. Die vermutete Brandursache damals war Brandstiftung. Eine Menschenrettung besonderer Art kam am Nachmittag des 21.05.78 auf uns zu. Drei Jugendliche aus Peißenberg waren mit ihren Kajaks auf der Ammer auf dem Weg zum Ammersee. Trotz entsprechender Verbote versuchten sie, das Wehr bei Unterhausen mit dem Boot zu passieren, wobei sie kenterten. Einer konnte sich selber ans Ufer retten, den zweiten rettete ein zufällig anwesender Passant aus dem Sog der zweiten Wehrstufe, der dritte klammerte sich an die Wehrmauer und wurde von Kamerad Rudi Krbek gerettet. Aber nicht nur Menschenrettungen, auch eine ungewöhnliche Tierrettung war 1978 nötig, und zwar am 23.07.78, als sich ein Jagdfalke mit einer an seinem Fuß befestigten Leine in einer Fernsehantenne verfing. Eine sehr unangenehme Aufgabe wartete am 22.08.78 auf die Wehr; eine Wasserleiche (vermutlich ein Selbstmörder) war zu bergen. Insgesamt jedoch war 1978 das Jahr der Verkehrsunfälle, insgesamt zählte man 22 dieser Einsätze! Hierbei ragte jedoch einer besonders tragisch heraus. Am 05.09.78 musste die Feuerwehr ausrücken, um aus einem verunfallten Kleinbus eine Gruppe Jugendlicher zu retten, die ins Weilheimer Hallenbad zum schwimmen wollten. Ein 12-jähriges Mädchen verstarb noch an der Unfallstelle, 13 weitere Jugendliche wurden verletzt. Im Zuge der Brandschutzwoche, die dieses Jahr unter dem Motto „Jugend in der Feuerwehr" stand, konnte die Jugendgruppe der Weiheimer Wehr bei verschiedenen Gelegenheiten ihr Können unter Beweis stellen, und das unter den Augen der Öffentlichkeit.

Am 18.04.79 wurde die Feuerwehr Weilheim mit der Meldung „Brand Seitenaltar Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt" alarmiert. Umgefallene Opferkerzen hatten das Altartuch in Brand gesetzt. Durch die schnelle Reaktion dreier Kirchenbesucherinnen konnte der Brand bereits vor Eintreffen der Wehr gelöscht und damit die Vernichtung wohl unwiederbringlichen Kulturgutes verhindert werden. Auch dieses Jahr stand wieder unter dem Zeichen erheblicher Opfer bei Verkehrsunfällen. So mussten insgesamt 5 Tote und 8 zum Teil Schwerstverletzte aus den verunfallten Autos befreit werden. Die beiden schlimmsten Einsätze hiervon waren am 10.08.79, als bei Magnetsried eine Frau in den Flammen des brennenden Autos verbrannte, lange bevor die Feuerwehr am Unfallort eintraf. Am 24.09.79 wurde ein nur vier Monate altes Baby bei einem Unfall bei Tankenrain getötet, bei dem weitere vier Personen verletzt wurden. Einen Gefahrstoffeinsatz hatte die Wehr am 17.06.79 abzuwickeln, als in Marnbach in der alten Molkerei nach einem Rohrdefekt Ammoniak austrat. Nachdem schon am 06.06.79 nach wolkenbruchartigen Regenfällen insgesamt 23 Keller ausgepumpt werden mussten, stand der Weilheimer Wehr beginnend am Sonntag, den 17.06.79 ein Hochwasser-Katastropheneinsatz ins Haus. Hauptsorgenkind dabei war die Bahnverbindung Weilheim-Peißenberg, insbesondere die alte Eisenbahn-Ammerbrücke. Nachdem sie durch angeschwemmte Bäume etc. stark gefährdet war, wurde sogar kurzfristig ihre Sprengung erwogen! Die Bewohner der Au-Siedlung mussten evakuiert werden. Am Montag, 18.06.79 bestand nach weiteren Regenfällen die Gefahr eines Dammbruchs im Bereich der Au. Ebenfalls traten Simetsbach und Stadtbach massiv über die Ufer. Schon damals waren im Nachhinein sofort einige Kritiker zur Stelle, die der Feuerwehr Versagen vorwarfen bzw. kritisierten, die FF Weilheim habe ihre Fahrzeuge im Feuerhaus stehen lassen und die Nachbarwehren für sich arbeiten lassen. Diese Vorwürfe anlässlich einer Bürgerversammlung in dieser Zeit musste Kommandant Anderl Bischel mit einem Leserbrief im Weilheimer Tagblatt kontern. Auch gegen Jahresende wurde es für die Wehr nicht unbedingt ruhiger; so war am 19.11.79 in Peißenberg nachbarliche Löschhilfe beim Brand des landwirtschaftlichen Anwesens Weckerle erforderlich.

Das Jahr 1980 brachte bei den statistischen Zahlen der Verkehrsunfälle bzw. der dabei zu Schaden gekommenen Menschen endlich einen spürbaren Rückgang. So waren „nur" noch 1 Toter und 4 Verletzte in diesem Jahr zu beklagen. Hierbei herausragend war der Einsatz am 09.07.80 auf der B2 bei Pähl, als ein aus Richtung Weilheim kommender Tanklastzug einen PKW aus Pähl, der beim Überholen nicht mehr rechtzeitig wieder auf die richtige Fahrspur kam, mehr oder weniger komplett überrollt hatte. Am 24.02.80 konnte die Feuerwehr im Anwesen Gattinger an der Pöltner Straße einen Großbrand gerade noch verhindern, als vermutlich durch Brandstiftung größere Mengen Gerümpel in dem zum Umbau anstehenden Gebäude Feuer fingen. Ebenfalls Brandstiftung vermutete man als Ursache für den Brand im Kennerknecht-Anwesen in der Oberen Stadt, als auch wieder Gerümpel brannte. Weitere erwähnenswerte Brandeinsätze waren am 12.09.80 der Brand eines landwirtschaftlichen Anwesens in Berg-Oberhausen, bei dem sich bei einem Heuwehrgeräteeinsatz der Heustock selbst entzündete, am 31.10.80 ein Ölofenexplosion bei der Fa. Salvamoser, sowie am 05.11.80 der Brand des landwirtschaftlichen Anwesens Guggemos in Deutenhausen, wiederum hervorgerufen durch einen überhitzen Heustock. Auch in diesem Jahr durfte die Feuerwehr wieder Tiere retten, diesmal sowohl am 26.05.80, als auch am 16.08.80 jeweils einen entflogenen Papagei. Sie wurden solange „bewässert", bis sie nicht mehr fliegen konnten und sich von uns retten ließen. Im Jahr 1980 erfüllte auch der damalige Löschmeister und jetzige Kommandant Benedikt Schwaiger als erster der Feuerwehr Weilheim seinen 10-jährigen Dienst als  aufgrund des Feuerwehrdienstes  von der Wehrpflicht Freigestellter. Dies haben, zum Wohle ihrer Stadt und auch natürlich auch zum eigenen Nutzen nach ihm noch viele Feuerwehrmänner genutzt. Auch jetzt bietet der Dienst in der Freiwilligen Feuerwehr Weilheim jederzeit die Möglichkeit, sich über diese ehrenamtliche Tätigkeit an der Allgemeinheit von der Wehrpflicht freistellen zu lassen!

Das Jahr 1981 begann, gesehen aus brandeinsatzmäßiger Sicht eher verhalten: so waren anfangs nur Kleinbrände zu verzeichnen, wie z.B. ein kleiner Zimmerbrand im Arbeitsamt Weilheim, als eine defekte Heizdecke (was macht die im Arbeitsamt..?) Feuer fing. Dafür war wieder eine Steigerung bei den Verkehrsunfällen zu bemerken. Das Jahr 1981 brachte 16 (!) schwere Verkehrsunfälle mit 3 Toten und 8 Verletzten. Am 16.05.81 half die Feuerwehr mit, den Sprung eines offensichtlich stark angetrunkenen Mannes aus dem 3. Obergeschoß eines Hauses in Weilheim zu verhindern. Am 19. und 20.07.81 war es dann wieder soweit: nach starken Regenfällen wurde Hochwasseralarm ausgelöst. Allerdings war die Lage dabei bei weitem nicht so schlimm wie zwei Jahre zuvor; ebenso brachten die inzwischen durchgeführten Hochwasserfreilegungsmaßnahmen eine spürbare Erleichterung der nassen Lage. Am 17.10.81 wurden im ganzen Landkreis diverse Katastrophenschutzübungen größeren Ausmaßes durchgeführt, um auch einmal wieder die Zusammenarbeit verschiedenster Einheiten der Hilfsorganisationen zu üben. Nachbarliche Löschhilfe durfte die Feuerwehr Weilheim dann am 03.11.81 in Habach leisten beim Brand eines Getreidesilos bei der Jaudenmühle.

Das Jahr 1982 begann für die FF Weilheim schon sehr früh. Bereits am 01.01.82 musste man zweimal ausrücken: einmal war auslaufender Treibstoff, beim zweiten Mal eine Ölspur in den Griff zu bekommen. Am Morgen des 02.01.82 war bereits der erste schwere Verkehrsunfall in Marnbach mit zwei Schwerverletzten zu verzeichnen - eine Serie, die sich tragischerweise auch 1982 wieder mit 16 Verkehrsunfällen (8 Verletzte, 1 Toter) nahtlos an die vergangenen Jahre anschloss. Am 16.01.82 brannte es beim Anwesen Strobl in Tankenrain. Am Faschingsdienstag, 23.02.82 nachmittags hatten Kinder den Brand einer Baubaracke auf dem Bauhofgelände der Fa. Steiner vorsätzlich herbeigeführt. Bereits am Vormittag war hier ein durch Nachbarn gelöschter Kleinstbrand durch Kinderbrandstiftung festzustellen, insgesamt hatte es in diesem Objekt in den letzten Jahren bereits dreimal in größerem Ausmaß gebrannt (!). Am 23.08.82 wurde die Wehr zu einem Reihenhausbrand am Tassiloring gerufen. Hier hatte ein Mieter persischer Staatsangehörigkeit vorsätzlich seine Wohnung mit Benzinkanistern und bereitgelegtem Brandgut angezündet. Hier hatte die Wehr Glück, dass es nicht zu Personenschäden bei den vorgehenden Trupps kam, da der Perser auch im Erdgeschoss weitere zündfähige Brandsätze vorbereitet hatte. Am 04.08.82 war wieder einmal ein Papagei zu retten, der sich aus Angst vor einem Hund auf einen 12 m hohen Baum verflogen hatte und nicht mehr herunterkam. Eine Menschenrettung seltenerer Art stand am 30.07.82 an: ein Drachenflieger hatte sich infolge mangelnder Aufwinde bei Paterzell in den Wipfeln einer Waldung verfangen und musste aus seiner hohen, aber misslichen Lage befreit werden. Am 21.11.82 wurde im Rahmen einer feierlichen Einweihung die neue Drehleiter DLK 23/12, die bereits am 21.10.82 aus Ulm vom Herstellerwerk nach Weilheim überführt wurde, in Dienst gestellt. Schon damals übertraf der Preis einer Drehleiter den anderer Feuerwehrfahrzeuge um ein Wesentliches, so kostete die Drehleiter damals schon den stolzen Preis von DM 528.000,--. Die bisherige Drehleiter DL 25 wurde am 12.11.82 an die Freiwillige Feuerwehr Peißenberg verkauft.

Nachdem der bisherige 2. Kommandant Jakob Gallinger aufgrund des Erreichens der Altersgrenze aus seinem Amt, das er seit 1975 bekleidete, scheiden musste, wurde auf der Jahreshauptversammlung am 18.02.83 Josef Ringmaier, der bereits seit 1971 auch Schriftführer war, zum neuen 2. Kommandanten gewählt. Zu Vertrauensleuten wurden gewählt für den Zug I Klaus Hager und für den Zug II Franz Andrä jun. Bei den Brandeinsätzen des Jahres 1983 ist bemerkenswert, dass  eine ganze Reihe von Einsätzen auf Brandstiftung zurückzuführen war, so am 09.06.83, als an der Zotzenmühle beim Anwesen Lautenbacher ein Heuwagen in Flammen aufging und die Feuerwehr größeren Schaden verhindern konnte. Ebenso war Brandstiftung die Ursache beim Brand eines Feldstadels am 09.07.83, das gleiche gilt für den Garagenbrand beim Anwesen Rottmann am 07.08.83. Am 03.12.83 implodierte bei unserem aktiven Mitglied Alfred Betz der Fernseher und bescherte damit seinen Kameraden einen Einsatz. Dass unsere neue Drehleiter vielfältige Einsatzmöglichkeiten hat, bewies die Feuerwehr am 04.04.83, als sie mit der Korbtrage der Drehleiter einen Rückgratverletzten Rentner aus dem 1. Obergeschoss seines Hauses barg, der auf andere Weise nicht durch das Treppenhaus zu bringen war. Am 27.11.83  kam es zu diversen Sturmschadeneinsätzen, unter anderem auch am Dach des Weilheimer Rathauses. Am selben Abend noch musste man an der Geistbühelstraße die Unfallstelle ausleuchten, bei der ein 52-jähriger Mann aus Weilheim vom Zug erfasst, getötet und etwa 100 Meter mitgeschleift wurde - ein alles andere als angenehmer Einsatz ! Am 29.11.83 wurde die Feuerwehr Weilheim nach Peißenberg zur nachbarschaftlichen Löschhilfe gerufen, als das landwirtschaftliche Anwesen Weinbauer brannte. Auch in 1983 ging die Anzahl der Verkehrsunfälle nicht zurück, es mussten 11 solcher Einsätze bewältigt werden, wobei 3 Tote und 7 Verletzte aus den Fahrzeugen befreit werden mussten, so auch beispielsweise am 05.07.83, als ein PKW bei Polling von der Straße abkam, 70 m durch die Wiese rutschte und schließlich auf dem Dach in der Ammer liegend zur Ruhe kam. Der Fahrer konnte verletzt befreit werden, der PKW wurde aus der Ammer geborgen. In den Monaten Januar bis März 1983 wurde von den Kameraden Max Markl, Bernhard Schanz, Konrad Bischel, Peter Höldrich, Stefan Zirngibl und Josef Heilrath unter der Anleitung des zuständigen Atemschutzausbilders OLM Josef Göbl eine Atemschutzübungsstrecke in Eigenleistung in den Speicher des Feuerwehrhauses eingebaut. Um realitätsnahe Übungen zu gewährleisten, wurde in 1983 auch eine Rauch- und Nebelmaschine angeschafft.

Das Jahr 1984 begann am 04.01.84 mit einem Zimmerbrand in der Oberen Stadt. Ein 15-jähriger hatte trotz Warnungen in Fernsehen und Presse ohne Aufsicht mit Sternwerfern am Christbaum hantiert und diesen damit in Brand gesetzt. Am 10.01.84 informierte der erste Kommandant der Feuerwehr, Anderl Bischel mit einem Brief den Stadtrat Weilheim, dass zur Sicherung des Brandschutzes in der Zukunft Weilheim ein neues Feuerwehrgerätehaus brauche. Planungsgrundlage war die Raumbedarfs- und Größenordnungsplanung des Zugführers OLM Benedikt Schwaiger. Dieser Brief führte dann am 11.10.84 zum Planungsauftrag an das Architekturbüro Zaska in Weilheim. Auf der Jahreshauptversammlung wurden Kommandant Anderl Bischel und sein Stellvertreter Josef Ringmaier in ihren Ämtern bestätigt. Aufgrund des neuen Feuerwehrgesetzes wurde auch in Weilheim die Trennung von Institution Feuerwehr als städtische Einrichtung und Feuerwehrverein als Grundlage für das gesellschaftliche Feuerwehrleben vollzogen. In den Vorstand des Vereins wurden gewählt: 1. Vorstand wie bisher auch Bürgermeister Dr. Johann Bauer (bereits seit 1958 !!), 2. Vorstand Anton Perchermeier, Schriftführer Josef Ringmaier (seit 1971), Kassier Ulrich Eschmann, sowie als Kassenprüfer Klaus Hager und Josef Röllnreiter. Der bisherige Verwaltungsrat der Feuerwehr war nun nicht mehr notwendig und wurde aufgelöst. Am 23.04.84 wurde die Wehr zum Brand des aufgelassenen landwirtschaftlichen Anwesens Seemüller gerufen, als Brandursache wurde Brandstiftung festgestellt. Am 20.05.84 kam es in Weilheim zu einem Zimmerbrand in der Admiral-Hipper-Straße. Der Bewohner, ein 75 Jahre alter Rentner, starb kurze Zeit darauf an den Folgen der Rauchvergiftung. Zum Brand eines Wohnhauses in Fischen wurde die Wehr am 22.05.84 im Rahmen der nachbarlichen Löschhilfe gerufen. Ein schreckliches Unglück am Bahnübergang an der Geistbühelstraße machte am 23.05.84, also am nächsten Tag, einen Einsatz notwendig. Ein PKW mit 4 Insassen hat trotz Rotlicht und geschlossener Halbschranken den Bahnübergang überquert und wurde vom Zug erfasst. Alle Insassen wurden getötet. Am 19.10.84 war, wieder einmal aufgrund Brandstiftung, ein Pkw-Brand in der Nelkenstraße zu löschen. Nachdem die Notstromversorgung des Krankenhauses zu dieser Zeit gerade umgebaut wurde, aber trotzdem der Strom ausfiel, musste am 21.12.84 für den OP-Trakt des Krankenhauses Weilheim die Feuerwehr die Stromversorgung sicherstellen. Kurz vor Jahresende, am 29.12.84 kam es in der Kanalstraße zu einem ausgedehnten Kellerbrand (Sauna). Hier wurden die Angriffstrupps mit so großer Hitze konfrontiert, dass schließlich nur noch die Möglichkeit blieb, den Keller von außen mit Mittelschaum zu fluten. Auch im Jahr 1984 konnte kein Rückgang der Verkehrsunfallhäufigkeit verzeichnet werden. Auch in diesem Jahr musste man wieder zu einer ganzen Reihe von Unfällen ausrücken, zum Teil innerhalb kürzester Zeit (16.07.84 Wilzhofen, 17.07.84 Pähl, 20.07.84 Wilzhofen....).

Das Jahr 1985 begann am 26.01.85 mit einem Brandeinsatz nach einer Explosion eines Heizöltanks in Weilheim, bei dem ein 24-jähriger Mechaniker über 5 Meter weit aus dem Gebäude geschleudert wurde und erhebliche Brandverletzungen erlitt. Am 12.02.85 war ein Chemieunfall bei der Fa. Sanbloc in Weilheim zu bewältigen, bei dem ein Fass Salmiak undicht wurde. Einen Selbstmordversuch mit Aufschneiden der Pulsadern und Abbrennen von Textilien startete am 26.07.85 eine ausländische Mitbürgerin. Den dadurch entstandenen Zimmerbrand löschte die Feuerwehr, die Frau konnte gerettet werden. Zur Löschhilfe nach Wessobrunn wurde die Feuerwehr Weilheim am 12.08.85 gerufen, zum Brand des landwirtschaftlichen Anwesens Rieger. Dabei bot sich auf der Anfahrt ein gigantisches Schauspiel: Ein Wolkenbruch seltener Art ging nieder, verbunden mit einer Serie von Gewitterblitzen, die die Dunkelheit so erleuchteten, dass man fast ohne Licht fahren konnte.  Am 17.08.85 wurden nach Wolkenbrüchen diverse Wassernoteinsätze erforderlich, so beispielsweise im Krankenhaus Weilheim, sowie bei der Fa. Zarges. Am späten Sonntagabend des 29.09.85 lautete die Einsatzmeldung: Brand Schreinerei Buck, Weilheim, Holzhofstraße.  Um diesen Brand zu löschen, waren insgesamt 72 Feuerwehrleute aus 3 Wehren im Einsatz. Wiederum einen Großbrand zu bewältigen galt es am 12.10.85 in Wielenbach beim Reitstall Gröbl. Einige Kameraden rückten zu diesem Einsatz von einer Modenschau aus, bei der sie als Models „im Einsatz" waren (u.a. Konrad Bischel, Robert Edelmann und Peter Kriesmair). Brandursache war hier wieder einmal Brandstiftung. Im Jahr 1985 konnte erstmals seit langem ein Rückgang der Verkehrsunfälle und auch der Verkehrsunfallopfer verzeichnet werden („nur noch" 9 Unfälle, 1 Toter, 4 Verletzte). Zum letzten größeren Brand des Jahres musste die Feuerwehr am 23.11.85 nach Deutenhausen ausrücken. Es handelte sich um einen Werkstattbrand beim Anwesen Meixner. Zu diesem Einsatz musste eine Reihe von Weilheimer Feuerwehrlern die Arbeit für eine andere Feuerwehrtätigkeit unterbrechen, nämlich das Schlagen von Bauholz im Stadtwald am Gögerl für den Neubau des Feuerwehrgerätehauses. Diese Arbeiten wurden von insgesamt 32 Kameraden mit 992 Stunden in Eigenleistung erbracht. Zuvor war am 23.09.85 die endgültige Baugenehmigung für das neue Feuerwehrgerätehaus vom Bayerischen Landesamt für den Brand- und Katastrophenschutz eingegangen. Eine gewisse Verzögerung war aufgetreten, nachdem sich ein Anwohner mit einem Einspruch gegen den geplanten Neubau gewandt hatte und mit diesem Einspruch bis zum Petitionsausschuss des Landtages gegangen war. Hier wurde der Einspruch allerdings als unbegründet abgewiesen. Den ersten Spatenstich konnten am 13.11.85 bei starkem Schneefall Bürgermeister Dr. Johann Bauer, Stadtbaumeister Armuß, Architekt Fritz Zaska, Stadtrats-Feuerwehrdezernent Franz Andrä sen. und Kommandant Anderl Bischel setzen.

Das Jahr 1986 brachte am 27.02.86 den ersten Großbrand, nämlich den Aussiedlerhof Tafertshofer in Huglfing. Als Ursache wurde Brandstiftung vermutet. Die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl in der Ukraine hat dann am 09.05.86 auch der Weilheimer Wehr einen Einsatz beschert. Auf Anweisung des Landratsamtes mussten die Grünanlagen und Spielplätze der Kreisstadt gehörig unter Wasser gesetzt werden, um ggf. vorhandenen radioaktiven Fallout auszuwaschen. Nach dem etwas ruhigeren Jahr 1985 zogen dieses Jahr die Verkehrsunfälle wieder deutlich an: So wurde die Wehr zu insgesamt 14 schweren Unfällen gerufen, wobei 5 Verletzte, aber Gott sei dank kein Toter befreit werden mussten. Am 17. und 18.06.86 mussten nach schweren Regenfällen insgesamt 34 Keller in Weilheim ausgepumpt werden. Am 20.10.86 fegte ein schwerer Sturm übers Oberland, der unserer Wehr einige Sturmschadeneinsätze brachte, so auch als in Weilheim die Bahn-Oberleitung beschädigt wurde. Den nächsten Großbrand des Jahres verzeichnet die Chronik in der Nacht zum Donnerstag, den 13.11.86, als vermutlich wiederum aufgrund Brandstiftung die Maschinenhalle und die Heulagerhalle des  Anwesens Lautenbacher in der Oberen Stadt („Zotzenmühle") abbrannte. Durch schnelles Eingreifen der Wehr konnte das Stallgebäude gehalten werden. Anderthalb Monate später, am 30.12.86  kam es zum dritten Großbrand des Jahres, dem Brand des landwirtschaftlichen Anwesens Promberger in Eberfing. Aber damit war das Jahr noch nicht zu  Ende. Auch der Silvestertag brachte noch zwei Einsätze: einen Sturmschaden am Salzgraben in der Lichtenau und einen Brand im Warenlager des Einkaufsmarktes Parkkauf, der - man ist es schon leid zu berichten - auch wieder auf das Konto eines Brandstifters geht. Aber das Jahr 1986 brachte auch Erfreuliches: so konnte am 24.04.86 feierlich der Grundstein für das neue Feuerwehrgerätehaus an der Krumpperstraße gelegt werden. In der darin enthaltenen Kassette wurden, wie das so üblich ist, Urkunden und Dokumente über den Bau und die Zeit des Baues für die Nachwelt verwahrt. Die Urkunden wurden in mühevoller Handarbeit von Ernst Hammer erstellt, dessen Sohn heute Dienst in der Weilheimer Wehr leistet. Ebenso wurden dieser Kassette noch die entsprechenden Urkunden aus dem Grundstein des alten Feuerwehrhauses beigefügt, die extra zu diesem Zweck dem Gebäude entnommen wurden. Am 01.08.86 konnte das Richtfest gefeiert werden. Als neues Gerät wurde in diesem Jahr von Seiten des Landkreises der Wehr auch ein so genannter Ölsanimat zugewiesen.

Fertig gestellt wurde das neue Feuerwehrgerätehaus dann im Sommer 1987; am 20.08.1987 begann der Langersehnte (und auch gebührend „begossene") Umzug, und am 12.09.1987 wurden dann das neue Domizil der Freiwilligen Feuerwehr Weilheim feierlich eingeweiht. Der Festtag wurde entsprechend umrahmt durch einen Festumzug unter Teilnahme vieler Wehren der Umgebung sowie traditionsgemäß mit einem Gottesdienst. In insgesamt zwei Jahren Planungs- und Bauzeit hat das neue Gebäude die stolze Summe von 6,1 Millionen DM gekostet. Auch einsatztechnisch war das Jahr 1987 von einigen „Großereignissen" geprägt. Dies begann am 04.02.87, nachts um dreiviertel drei Uhr mit der Meldung „Brand in der Cordongasse, Personen eingeschlossen!". Im Gebäude, besser bekannt unter dem Namen „Möbel-Hess-Haus" hatte ein wohl betrunkener Mieter aufgrund der Tatsache, dass ihm wegen Nichtbezahlung der Rechnungen der Strom gesperrt wurde, sich mit Kerzen Licht gemacht, war aber dabei eingeschlafen. In kurzer Zeit entwickelte sich, auch aufgrund großer vorhandener Brandlast, ein ausgedehnter Zimmerbrand. Der Mieter konnte fast nackt die Wohnung gerade noch verlassen, aber das Feuer breitete sich weiter aus. Insgesamt waren 28 Menschen über Steck- und Drehleitern zu retten, 11 von ihnen mussten wegen Rauchvergiftungen stationär behandelt werden. Erheblich erschwert wurde die Rettungsarbeit dadurch, dass wie üblich die gesamte Cordongasse mit parkenden Fahrzeugen so verstellt war, dass die Drehleiter sehr lange brauchte, um in Stellung gebracht werden zu können. Der nächste Großeinsatz war dann am 09.08.87, als bei Abbrucharbeiten in der ehemaligen Brauerei Bräuwastl in der Schmiedstraße (heute Fa. K&L Ruppert) nach Beschädigung eines Ventils größere Mengen des stark ätzenden Ammoniaks freigesetzt wurden. Bis alles erledigt war, war ein Einsatz von Atemschutzgeräten und z.T. auch Chemikalienschutzanzügen im großen Stil notwendig. Am 07.10.87 machte dann das so genannte „Gesetz der Serie" der Weilheimer Wehr einmal wieder zu schaffen. So mussten innerhalb einer (!!) Stunde drei (!!) Brandeinsätze bewältigt werden: ein Werkstattbrand bei der Fa. Möbel-Neumaier, dessen äußerst scharfer Wachhund auch eine Gefahr für die Mannschaft war, ein Zimmerbrand am Mittleren Graben und zum Schluss auch noch ein PKW-Vergaserbrand am Narbonner Ring. Auch 1987 war ein typischer Vertreter der verkehrsunfallreichen 80er Jahre, so wurde die Wehr wiederum zu 11 schweren Unfällen mit 1 Toten und 5 Verletzten gerufen. Einen Großbrand eines landwirtschaftlichen Anwesens im Gut Raucherberg musste die Wehr am 21.10.87 meistern. Zu Ende ging das Jahr dann im Trifthof, als die Neueröffnete Diskothek „Qu" nach nur drei Tagen Betrieb infolge vorsätzlicher Brandstiftung völlig ausbrannte. Der Brand wurde nicht bemerkt und ging infolge Sauerstoffmangels von alleine wieder aus. Allerdings brauchten die Brandfahnder Licht, und dafür waren dann wieder wir zuständig.

Am 23.01.1988 hatten die Weilheimer Floriansjünger wieder einmal zwei Einsätze: beim ersten wurden mit der Drehleiter schadhafte Dachplatten hoch über der Heilig-Geist-Spitalkirche ausgewechselt. Der zweiter Einsatz war da schon schwieriger: hier galt es, einen seit Stunden vermissten, vermutlich schwerer verletzen Mann in der Pähler Schlucht zu suchen. Der Mann wurde völlig entkräftet, verletzt und stark unterkühlt dann auch gefunden. Er verdankte sein Weiterleben dem gemeinsamen Einsatz von Feuerwehr, THW und BRK. Wiederum vorsätzliche Brandstiftung war die Ursache, als am 04.08.88 in Weilheim im Frischanger das Fitnessstudio „Fitness Bodyline" völlig ausbrannte. Hier passierte tatsächlich der so gefürchtete „Flash-over", durch das richtige Verhalten der Atemschutztrupps geschah allerdings dadurch kein Unfall. Am Tag danach, am 05.08.88 gelangte dann aus ungeklärter Ursache Heizöl in die Ammer; hier musste Ölsperren eingezogen werden. Überhaupt waren in 1988 einige, zumeist kleinere Ölschäden zu verzeichnen, während sich diesmal die Verkehrsunfälle etwas reduzierten (9 Unfälle mit 2 Toten und 8 Verletzten). Zum Jahresschluss, am 19.12.88 explodierte dann in der Schreinerwerkstätte bei der Bundesbahn ein Ölofen und verursachte so einen Zimmerbrand. Aber das Jahr 1988 brachte auch angenehmere Dinge. So belegte die Feuerwehrjugend im Herbst beim alljährlichen Kreisfeuerwehrjugendtag, einem Vergleichswettkampf der Jugendwehren des Landkreises, den ersten Platz. Auch konnte die Wehr ein neues Fahrzeug übernehmen, nämlich einen Mercedes-Geländewagen als Einsatzleitfahrzeug.

Das Jahr 1989 hat für die meisten Feuerwehrler einen eher faden Beigeschmack. Es war das Jahr der verheerenden Brandstiftungsserie landwirtschaftlicher Anwesen in und um Weilheim. Und das schlimmste daran ist wohl die Tatsache, dass der Brandstifter aus unseren eigenen Reihen stammte (!). Ein junger Feuerwehrmann, der es „halt gern brennen sah", hielt uns im Frühjahr in beständiger Angst und Spannung. So verursachte der 19-jährige Florian K. den Brand folgender landwirtschaftlicher Anwesen: am 27.01.89 das Anwesen B. Reiser, Weilheim, Pollinger Straße, am 10.02.89 in Polling das Anwesen Mayr in der Probst-Hartl-Straße, am 24.02.89 das Anwesen Leutner-Sußbauer in Weilheim, in der Oberen Stadt (hier wurde sogar ein Peißenberger Feuerwehrkamerad im Einsatz schwer verletzt) und am 19.03.87 das Anwesen Paul Rauch in Weilheim, Moosstraße. In den polizeilichen Untersuchungen nach diesem letzten Brand wurde am Montagabend, 21.03.89 dann endlich der Verursacher in Florian K. gefunden; sogar die Bild-Zeitung berichtet von diesen Vorgängen in Weilheim. Florian K. wurde dann im Herbst 89 zu fünfeinhalb Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. Aber auch ansonsten war das Jahr 1989, das auch das erste Jahr des Verfassers bei der Weilheimer Wehr war sehr ereignisreich. Am 06.03.89 war ein weiterer Großbrand in Weilheim zu bewältigen, nämlich der Brand im Gut Waitzacker, westlich von Weilheim. Schon bei der Anfahrt zum Feuerwehrhaus war ein gewaltiger Rauchpilz (ein bisschen vergleichbar einem kleinen Atompilz) im Westen zu sehen. Zuerst wurde vermutet, dass auch diesen Brand unser Brandstifter gelegt hatte, was sich allerdings dann als falsch herausstellte. Auch dieser Brand hielt die Wehr mit Nachlöscharbeiten mehrere Tage in Atem. Am 23.06.89 brannte die Gaststätte „Relax" (früher bekannt unter dem Namen „La Botte") in der Münchener Straße völlig aus. Auch dieses Gebäude war der Wehr allerdings schon von anderen Einsätzen her durchaus bekannt. Auch in 1989 waren wieder 15 schwere Verkehrsunfälle mit 8 Schwerverletzten und 2 Toten zu beklagen. Aber auch Einsätze anderer Güte waren dieses Jahr notwendig. So wurde nach einem starken Regenguss am 18.08.89 eine Zirkusmanege ausgepumpt, am 05.11.89 wurde eine Katze von einer 15 Meter hohen Fichte gerettet; sie traute sich allein nicht mehr herunter. Am 13.08.89 verstarb bei einem Badeunfall Stefan Hinkofer, ein junger engagierter Feuerwehrmann. Nach eskalierenden Streitereien wurde der Kommandant der Weilheimer Wehr, Anderl Bischel vom Kreisbrandrat Schwegler aus seinem Posten als Kreisbrandmeister des Bezirks Nord entlassen. Es folgte eine sich in Leserbriefen entladende Auseinandersetzung und Anfang August wurde KBR Schwegler mit überwältigender Mehrheit wegen Vereinsschädigenden Verhaltens aus dem Weilheimer Feuerwehrverein ausgeschlossen. Sofort nach dem Wechsel auf dem Posten des Kreisbrandrates - Rudolf Krois wurde für den aus Altersgründen ausscheidenden Schwegler gewählt - wurde Anderl Bischel vom neuen KBR wieder als Kreisbrandmeister Nord berufen.

Das Jahr 1990 begann für die Weilheimer Wehr mit Neuwahlen. Da Kommandant Anderl Bischel aus Altersgründen nicht mehr antrat, wählte die Wehr HLM Benedikt Schwaiger zum neuen Kommandanten. Als stellvertretender Kommandant wurde Josef Ringmaier wieder gewählt. Ebenfalls wurde der Wehr auf der Hauptversammlung Anton Kappendobler als neuer Kreisbrandinspektor vorgestellt: er war Nachfolger des bisherigen KBI Erwin Keller, der zum Jahresende 1990 sämtliche Feuerwehrämter niedergelegt hatte und aus der Wehr ausgeschieden war. Für seine unermüdliche Arbeit beim Aufbau der Jugendgruppe der Feuerwehr Weilheim seit Mitte der 70er Jahre gebührt ihm bleibender Dank und Anerkennung! Neuwahlen standen auch beim Feuerwehrverein an, hier folgte Bürgermeister Klaus Rawe dem bisherigen Amtsinhaber Dr. Johann Bauer auch im Amt des 1. Vorstandes des Feuerwehrvereins nach. Als 2. Vorstand wurde Anton Perchermeier bestätigt, ebenso wie Josef Ringmaier als Schriftführer, neuer Kassier wurde Klaus Schöffmann. Der bisherige Kommandant Anderl Bischel erfuhr nach nunmehr 40 Jahren im aktiven Feuerwehrdienst, davon 21 Jahren als Kommandant diverse Ehrungen, so wurde ihm das Deutsche Feuerwehrehrenkreuz in Gold verliehen und von Seiten der Stadt Weilheim die Bürgermedaille. Am Ende des Jahres 1990 wurde Anderl Bischel am 28.11.90 auch zum Ehren-Kreisbrandmeister ernannt. Gleichzeitig wurde Josef Ringmaier zu seinem Nachfolger im Amt des Kreisbrandmeisters Nord ernannt. An Einsätzen sind für 1990 folgende Ereignisse herauszuheben: zu Anfang des März 1990 verursachten schwere Sturmböen über dem Oberland  (man wird sich wohl noch länger an die Stürme Vivien und Wiebke erinnern) eine ganze Reihe von Windbrucheinsätzen. Insgesamt waren 12 schwere Verkehrsunfälle mit 3 Toten und 13 Verletzten zu vermelden, davon 4 Einsätze in recht kurzer Folge aufeinander (23.06.90/25.06.90/01.07.90/23.07.90). Auch musste die Wehr wieder zwei größere Brandschadenereignisse bewältigen, so am 09.06.90 den Brand des landwirtschaftlichen Anwesens Asam im Weilheimer Moos und am 28.08.90 ebenfalls ein landwirtschaftliches Anwesen in Unterhausen in der Kapellenstraße. Das Jahr 1991 begann für die Feuerwehr wieder mal sehr früh, schon am 02.01.91 musste man zu einem Stadelbrand am Säureweg in Weilheim ausrücken, am 15.01.91 war dann ein Zimmerbrand dran. Am 13.02.91 passierte bei der Fa. Neidhart ein Betriebsunfall, als ein Mann unter einem umgestürzten größeren Gabelstapler eingeklemmt wurde. Er konnte nur noch tot geborgen werden. Einen größeren Einsatz bescherte der Wehr der 12.03.91, als in der Oberen Stadt ein Nebengebäude in Brand geriet, worauf dann am 03.04.91 ein Wohnhausbrand am Mittleren Graben folgt. Zwei bis dahin eher unbekannte Schadenereignisse gab es dann am 03.06.91 in der Ammerstraße und am 28.06.91 am Frischanger, als jeweils die Feuerwehr mit einem so genannten Dehnungsfugen- bzw. Trennfugenbrand konfrontiert wurde. Am 13.08.91 wurden wir - wieder einmal - zu einem schweren Verkehrsunfall gerufen, diesmal auf die B2 bei Längenlaich, wo ein Pferd ausgebrochen und auf die Straße gelaufen war und dort mit einem PKW kollidierte. Der Beifahrer starb, die Fahrerin wurde schwer verletzt, beide mussten von uns aus den Fahrzeugtrümmern geschnitten werden. Insgesamt waren es 1991 wieder 19 Unfälle mit 8 Toten und „nur" 6 Verletzten. Das einsatztechnische Hauptereignis des Jahres war jedoch am 10.09.91 der Brand im Trifthof in einem Bürogebäude (ehemals Fa. Tankbau), als bei Dachdeckerarbeiten Bitumenteerpappe in Brand geriet. Im Laufe des Einsatzes wurden unter anderem auch Giftgaskonzentrationen bei nitrosen Gasen gemessen, die eine Warnung der Bevölkerung notwendig machten, aber gerade die gegenteilige Wirkung hatten. Es "pilgerten" Hunderte von Schaulustigen zur Einsatzstelle, zum Teil mit Kindern (!). Nach  Routineuntersuchungen von Atemschutzgeräteträgern wurden insgesamt 7 Feuerwehrangehörige zur Beobachtung ins Krankenhaus Weilheim eingeliefert, davon drei sogar für eine Nacht in die Intensivstation, darunter auch der Verfasser. Alle wurden jedoch tags darauf ohne jedes Anzeichen einer Vergiftung wieder entlassen. Auch die im Großraumrettungswagen der Berufsfeuerwehr München untersuchten ca. 250 Personen wiesen keine nachhaltigen Vergiftungserscheinungen auf. Im Nachgang zu diesem Einsatz war dann in der Presse - zum Teil aufgebauscht -  so einiges zu lesen, womit wir als Feuerwehr nicht einverstanden sein konnten (Zitat: „Wer schützt uns vor diesem Katastrophenschutz?"). Realistisch betrachtet ist dieser zugegebenermaßen nicht ganz alltägliche Einsatz jedoch absolut korrekt abgelaufen. Der 20.09.91 brachte uns ein äußerst unangenehmes Schadenereignis. Wir wurden zu einem Verkehrsunfall  Richtung Fischen/Aidenried  gerufen, bei dem unser Feuerwehrarzt im Einsatz als Notarzt einen Unfall verursachte, bei dem eine Frau zu Tode kam. Zu Ende ging das Jahr dann am 23./24.12.91 mit einer Vermisstensuche. Der Vermisste, unser ehemaliger Kamerad Franz Zawalski wurde auch gefunden, leider nur noch tot, bewacht von seinem treuen Hund. Seit Mitte des Jahres rückte die Weilheimer Wehr nun quasi im eigenen Design zu Einsätzen aus. Es wurden für die gesamte Mannschaft neue Einsatzjacken aus Goretex-Nomex beschafft, die im Fachhandel den Namen „Modell Weilheim" tragen.

Eine Reihe kleinerer und größerer Brände bestimmten das Einsatzgeschehen des Jahres 1992, beginnend am 04.02.92 mit einem Zimmerbrand in Weilheim-Tankenrain. Am 15.02.92 brannte in Wielenbach ein Gartenhaus, bei dem leider ein Mann nur noch tot aus dem Haus geborgen werden konnte. Am gleichen Tag musste auch ein Schwelbrand in einem Pelzgeschäft in der Pöltner Straße bekämpft werden. Brandursache war hier Brandstiftung durch den Inhaber selbst! Am 21.02.92 war dann ein Büro im WM 2000 im Trifthofgebiet Brandeinsatzort für die Weilheimer Wehr. Zwischendurch wurde am 29.03.92 einmal wieder ein Papagei mit der Drehleiter von seinem hohen Aussichtspunkt „gerettet". Es ging weiter mit einem Zimmerbrand in der Altvaterstraße am 07.05.92, bevor dann am 19.05.92 nach einem Rangierunfall auf dem Bahnhof in Weilheim auslaufendes Dieselöl eingedämmt werden musste. Ein paar Tage drauf, am 26.05.92 war ein Austritt von Flüssiggas in der Ertlmühle in Raisting Ziel des Ausrückens. Ein schweres Unwetter mit zum Teil tennisballgroßen Hagelkörnern brachte der Wehr am 20.08.92 gleich zwei Brandeinsätze: im Weilheimer Moos brannte ein Stadel völlig aus und in Eberfing wurden wir im Rahmen nachbarschaftlicher Löschhilfe zum Brand eines landwirtschaftlichen Anwesens gerufen. Jeweils am 21.11.92 und 29.11.92 war eine Überschwemmung im Bereich der Deutenhausener Straße in Weilheim einzudämmen. Mit einem großen Gottesdienst in Anwesenheit zahlreicher Ehrengäste wurde am 08.03.92 ein neues Tanklöschfahrzeug feierlich eingeweiht und damit sein Vorgänger, ein Tanklöschfahrzeug aus dem Jahr 1957 (!!) ersetzt, das aber weiterhin für einige Jahre gute Dienste versah und rechtzeitig zum Jubiläum in neuem Glanz erstrahlt, liebevoll in ihrer Freizeit restauriert von einigen Feuerwehrleuten unter der Leitung von OFM Hermann Negele und Fm Robert Krötz. Am 20.09.92 bot die Feuerwehr einmal wieder der Bevölkerung die Möglichkeit im Rahmen eines Tages der offenen Tür die Feuerwehr hautnah zu erleben. Die hervorragend besuchte Veranstaltung bot neben diversen Ausstellungen und Vorführungen auch einige Schau-Übungen. Eine Übung größeren Ausmaßes fand am Freitag, den 25.09.92 statt, als auf und um das Gelände des Weilheimer Bürgerheims eine groß angelegte Katastrophenschutzübung zusammen mit einer ganzen Reihe weiterer Rettungsorganisationen durchgeführt wurde.

Wieder einmal mit dem Gefahrstoff Ammoniak hatte die Feuerwehr Weilheim am Anfang des Jahres 1993 zu tun, genauer gesagt am 23.01.93 in der ehemaligen Molkerei in Raisting. Ein schwerer Sturm brachte am selben Tag, sowie an den beiden darauf folgenden Tagen eine Reihe von Sturmschadeneinsätzen. Am 26.01.93 wurde die Wehr zu einem Wassereinbruch im Kellergeschoß des Südbaues ins Gymnasium Weilheim gerufen. Am 11.02.93 früh am Morgen war ein grauenvoller Verkehrsunfall der Alarmierungsgrund. Bei Pähl starben im Wrack ihres Autos drei junge Menschen, Schüler, auf dem Weg in ihre Schulen nach Weilheim. Am 16.03.93, nachts brannte es im Spielsalon „Atlantis" in der Lohgasse. Ein etwas anderer „Einsatz" stand am 19.03.93 auf dem Dienstplan: die Feuerwehr wirkte mit bei Filmaufnahmen auf dem Gelände des Bahnhofes Weilheim, wo die Bundesbahn einen Lehrfilm drehte. Der 22.06.93 brachte mit einem Unwetter diesem Jahr erneut diverse Wasser- und Sturmschadeneinsätze sowie einen Brandeinsatz: ein Stadel in Tankenrain brannte nach Blitzeinschlag nieder. Einen Gott sei Dank flächenmäßig begrenzten Waldbrand brachte der 25.06.93. Ein weiteres Unwetter führte am 18.07.93 zum dritten Male in 1993 zu Wasser- und Sturmschadeneinsätzen, während am 03.08.93 das Gymnasium Weilheim zum zweiten Mal im gleichen Jahr mit einem Wasserschaden Einsatzziel der Wehr war. Nach einigen entsprechenden Einsätzen in den vergangenen Jahren hatte sich die Feuerwehr in Eigenbau und den entsprechenden Geräten der Berufsfeuerwehr München nachempfunden, selbst vier Dehnungsfugenlöschgeräte gebaut. Sie wurden am 07.09.93 bei einem entsprechenden Dehnungsfugenbrand in der Ammerstraße erfolgreich eingesetzt. Einen Großbrand bei kalter Witterung brachte uns die Nacht zum 26.11.93, als in der Lichtenau der Reitstall Koch lichterloh brannte. Einsatzmäßig zu Ende ging das Jahr, wie konnte es anders sein, mit einigen Sturmschadeneinsätzen am 20.12.93, wiederum nach heftigen Sturmböen. In diesem Jahr wurde zur Aufnahme alter und erhaltenswerter Feuerwehrgerätschaften der Unterhausener Gemeindestadel in Eigenleistung hergerichtet. Der Gerätepark der Wehr erweiterte sich  um drei gebrauchte Fahrzeuge: ein Schlauchwagen SW2000, ein Unimog mit Anhänger und ein inzwischen nicht mehr wegzudenkender Gabelstapler, eine spende unseres Mitglieds Klaus Schöffmann.

Ein neues Alarmierungssystem BASIS, das seit Anfang 1994 im Landkreis den Betrieb aufnahm, ermöglicht es den Feuerwehren über so genannte Nachalarmierungsstellen benötigtes Material, aber auch weitere benötigte Einheiten quasi aus dem Computer herauszusuchen und direkt über den Computer auch zu alarmieren. Ein defektes Heizgerät, das eine Neuerstellte Tiefgarage in der Paradeisstraße trocknen sollte, aber statt dessen dies mit Rauch und Qualm füllte, bescherte am 12.01.94 den ersten größeren Einsatz des Jahres. Am 28.01.94 galt es wieder einmal, nach Sturmschäden entsprechende Hilfe zu leisten. Hilfeleistung ganz anderer Art war am 23.04.94 angesagt, nämlich „Nestbauhilfe": hierbei half die Feuerwehr, auf dem Dach des Anwesens Asam im Weilheimer Moos, das vor wenigen Jahren Ziel eines Brandeinsatzes war, ein Plattform für ein Storchennest anzubringen - gelebter Tierschutz. Am Sonntagnachmittag, 07.05.94 wurden wir in eine Firma in die Holzhofstraße 2 gerufen, wo sich ein Kind beim Spielen in einer Fördermaschine festgeklemmt hatte und von uns befreit werden musste. Einen nicht ganz alltäglichen Einsatz musste die Wehr am Samstag, den 02.07.94 bewältigen. Kurz vor 12.00 Uhr Mittag ging  der Alarm ein, bei der Fa. CADI (heute „Futternapf") am Rathausplatz sei Gasgeruch feststellbar. Die ersten Einsatzkräfte stellten auch unzweideutig solches fest, allerdings war die Erdgasheizung des Gebäudes absolut intakt. Nach langem Suchen und Fragen wurden dann durch vergleichende Messungen im Lager, das alles andere als „aufgeräumt" war, unter anderen Waren eine ganze Menge Kartons mit jeweils 36 Stück Camping-Gas-Kartuschen entdeckt, von denen wiederum eine ganze Reihe durchgerostet waren und somit das Gas abblies. Die Kartons wurden geborgen und im Konvoi nach Etting in die Kiesgrube transportiert, weil an diesem Samstagnachmittag eine Entsorgung über die normalen Weg nicht mehr möglich war. Hier wurde den ganzen restlichen Nachmittag lang Kartusche für Kartusche mit Schrotgewehren unseres Kommandanten Benedikt Schwaiger, der auch Jäger ist, sowie unseres KBI Anton Kappendobler zwar nicht ohne kleinere Blessuren, aber absolut fachgerecht „entsorgt". Zwischenzeitlich musste das zur Brandsicherung ebenfalls vor Ort befindliche TroTLF zu einem Brand in der Kiesgrube in Eberfing ausrücken. Am 27.09.94 wurde die Wehr an den Weidenbach in Weilheim gerufen, wo bei der Fa. Fliesen-Linz eine Sauna in Brand geriet. Hierbei konnte wieder einmal bemerkt werden, dass bei einem entsprechenden Zimmerbrand doch zum Teil erhebliche Temperaturen auftreten können. Hier hat sich auch der Neuangeschaffte Überdrucklüfter schon in seinem ersten Einsatz bewährt. Den größten Brandeinsatz des Jahres verzeichnete man am 27.11.94, als in der Lichtenau das landwirtschaftliche Anwesen Himmel ein Raub der Flammen wurde. Hierbei war das größte Problem die Sicherstellung einer ausreichenden Wasserversorgung; hierzu wurde neben dem üblichen Transport mit Güllefässern sogar ein privates Schwimmbecken „angezapft". Am selben Tag noch war ein weiterer Brand, ein Wohnungsbrand in der Ammerstraße 3 zu bewältigen. Auch in 1994 waren leider wieder 11 schwere Verkehrsunfälle zu bewältigen, wobei aber bei 4 Toten und 4 Verletzten festzustellen ist, dass - wohl aufgrund diverser Neuerungen im Bereich der Fahrzeugtechnik - die Anzahl der zu Schaden gekommenen Personen im Verhältnis zu den 70er und 80er Jahren schon zurückgegangen ist. Nach dem großen Erfolg des Tages der offenen Tür in 1992 wurde auch dieses Jahr wieder eine solche Veranstaltung für die Bevölkerung durchgeführt, und der wiederum starke Besuch am 18.09.94 zeigt, dass dies als Dauereinrichtung im 2-Jahres-Turnus  offensichtlich eine gern angenommene Bereicherung des städtischen Lebens ist.

Das Jahr 1995 begann wieder einmal mit einige schweren Verkehrsunfällen, so am 09.02.95 auf der B2 bei Huglfing, Höhe Kohlenmeiler, und am 24.02.95, einem Freitagnachmittag, als auf der B2, wieder einmal in der Hirschbergkurve zwei Autos frontal aufeinander prallten. In einem der Autos starb ein Weilheimer Ehepaar, der Fahrer des anderen Wagens wurde verletzt. Es waren die beiden ersten von insgesamt 10 zu bewältigenden Unfällen in 1995, wobei mit 3 Toten und 3 Verletzten im Verhältnis zu den Vorjahren und -jahrzehnten „relativ" wenig an Personenschäden zu beklagen war. Weiter ging es dann mit einigen kleineren Bränden, so am 20.03.95 einem Brand bei der WM 2000 am Trifthof oder am 27.03.95, als am Naturfreundehaus ein Heustadel abbrannte. Der erste Großbrand war dann am 01.10.95 der Brand des landwirtschaftlichen Anwesens Haggenmüller in Etting, bevor wir dann am 11.11.95 erneut in die Lichtenau gerufen wurden. Hier brannte, ein knappes Jahr nach dem ersten Mal, die Maschinenhalle des Anwesens Himmel zum zweiten Mal nieder - eindeutig Brandstiftung! Und das ausgerechnet bei einer nach dem ersten Brand gerade wieder neu erstellten Halle! Zwei Tage später, am Vormittag des 13.11.95 ging der Piepser erneut, aber die Alarmmeldung ließ den meisten das Blut in den Adern schon ein bisschen stocken: „Brand in der Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt!". Gott sei Dank stellte sich heraus, dass es „nur" ein böswilliger Alarm war, ein schlechter Scherz dreier Kinder, die aber nach kurzem ermittelt werden konnten und deren Eltern die Kosten des Einsatzes tragen mussten. Peinlich bei der ganzen Sache war vor allem, dass gleichzeitig in der Kirche ein Trauergottesdienst stattfand, der natürlich auch ein wenig gestört wurde. Für den 22.11.95 war tags darauf in den Zeitungen zu lesen, dass Weilheim knapp einer Katastrophe entgangen war. Ein Tanklastzug mit 27.000 Litern Superbenzin hatte sich beim Befüllen der Jet-Tankstelle in Weilheim selbständig gemacht und war in eine Beton-Umfassungsmauer gefahren. Hier war wohl doch ein Schutzengel für Weilheim anwesend. In diesem Jahr, wie auch schon im Zwei-Jahres-Rhythmus in den vergangenen Jahren fand in Weilheim wieder einmal die Oberlandausstellung  statt, und auch hier stellte die Wehr wieder eine entsprechende Feuerwache ab. Das gleiche gilt, Jahr für Jahr für alle Veranstaltungen in der Hochlandhalle und auch im Stadttheater. Eine eher seltene Gelegenheit für eine Sonderausbildung ergab sich am 24.10.95, als am Weilheimer Bahnhof der Übungs-Kesselwagen der Bundesbahn für die Wehren aus Weilheim, Penzberg, Peißenberg und Schongau zur Verfügung stand. Daran konnte einmal realistisch das geübt werden, was sonst nur in der Theorie möglich ist, nämlich ein Schadstoffaustritt aus einem entsprechenden Waggon. Drei Tage drauf stand ein äußerst angenehmer Einsatz an: unser Kommandant Benedikt Schwaiger hatte geheiratet und so wurde noch im Innenhof des Rathauses ihm und seiner Gattin von seinen Zug- und Gruppenführern in entsprechender Weise gratuliert.

Eine Ära ging Anfang 1996 zumindest teilweise zu Ende: Josef Ringmaier gab aus gesundheitlichen Gründe seine Ämter als Schriftführer des Feuerwehrvereins und als stellvertretender Kommandant der Wehr ab, die er seit 1971 bzw. 1983 innehatte. Als neuer Schriftführer wurde bei der Vereinsversammlung am 19.01.96 der Verfasser, Thomas Koterba gewählt, die anderen Vorstandsposten um 1. Vorstand Klaus Rawe blieben unverändert. Zum neuen stellvertretenden Kommandanten wurde auf der Jahreshauptversammlung der Wehr am 02.02.96 in der Gaststätte „Oberbräu" in Weilheim OLM Konrad Bischel gewählt. In beiden Wahlversammlungen wurde das Werk Josef Ringmaiers in gebührender Form gewürdigt. Im Zuge der Neuwahl wurde auch ein neues Ausbildungskonzept sowie eine neue Aufgabenverteilung in der Führung der Wehr erarbeitet. Hierzu ist an anderer Stelle dieser Festschrift mehr nachzulesen. Im Zuge dieses Ausbildungskonzeptes wurde in 1996 erstmals ein Pilotlehrgang Strahlenschutz, entwickelt von KBI Anton Kappendobler und dem Verfasser, durchgeführt. Die hierbei erworbenen Kenntnisse konnten dann bereits beim Tag der offenen Tür am 15.09.96 im Rahmen einer entsprechenden Schauübung erfolgreich umgesetzt werden. Auch diese Veranstaltung erfreute sich wieder regen Zuspruchs durch die Bevölkerung. Am 16.02.96 fasste der Weilheimer Stadtrat den Beschluss, das vom Kommandanten ausgearbeitete neue Fahrzeugkonzept 2000, das im Wesentlichen eine Kosteneinsparung durch Umstellung auf ein Wechselladersystem beinhaltete, auch so durchzuführen. Auch hierzu an anderer Stelle dieser Festschrift mehr. Einsatztechnisch ist im Jahr 1996 zuerst einmal der 16.03.96 hervorzuheben, als in der Eichtweide in Weilheim ein Wohnungsbrand ausbrach, gefolgt am 18.03.96 von einem Ölwehreinsatz auf der Ammer. Am 10.04.96 musste im Gymnasium Weilheim in einem der beiden südlichen Pavillons ein Zimmerbrand gelöscht werden. Einen folgenschweren Verkehrsunfall verursachte am 04.05.96 ein 18-jähriger, der mit dem Auto seiner Mutter und drei 17-jährigen Freunden eine Spritztour machen wollte. Sie endete an einem Baum bei Deutenhausen; er selber wurde schwer verletzt, seine drei Mitfahrer starben allesamt. Am 28.08.96 machte dann der Wehr eine abgerissene Erdgasleitung beim C&C-Markt zu schaffen. Auch das restliche Jahr war von Unfällen mitgeprägt (12 Unfälle, 5 Tote, 6, Verletzte). Einer davon war am 27.0.96, als nachts ein Geldtransporter auf der Kreuzung Kaltenmoserstraße/B2 mit einem anderen Auto kollidierte. Ein harter Tag stand der Wehr am 05.12.96 ins Haus: frühmorgens mussten diverse brennende Autos an der AGIP-Tankstelle gelöscht werden, die ein Brandstifter angezündet hatte. Und spätabends kam es dann wieder einmal in der Lichtenau, diesmal beim Anwesen Seidenberger zum Brand einer Maschinenhalle; Ursache auch hierfür war wiederum Brandstiftung. Zu Ende ging das Jahr dann am 18.12.96 mit einer Vermisstensuche. Einigen „Zündstoff" in der Wehr verursachten am 03.09.96 einige Presseartikel, in denen nachzulesen war, dass die Weilheimer Wehr ab sofort auch Frauen aufnehmen würde. Damals noch ein kleines internes Politikum, heute absolute Selbstverständlichkeit. Zudem sei erwähnt, dass auch bereits in den 40er Jahren, also während des 2. Weltkrieges eine ganze Frauengruppe Feuerwehrdienst in unserer Wehr leistete. Eine erfolgreiche Groß-Katastrophenschutzübung fand am 19.10.96 statt, als unter sehr realistischen Bedingungen die Einsatzlage „Flugzeugabsturz im Stiller Wald" geübt wurde, dies unter Zuhilfenahme eines echten, rauchenden Flugzeugwracks.

Diese Übung noch im Hinterkopf fuhr die Weilheimer Wehr am 27.03.97, nachmittags einige Kilometer weit Richtung Raisting, weil die Alarmmeldung über Piepser hieß: „Flugzeugabsturz bei Raisting". Gott sei Dank war es nur ein Fehlalarm, die Einsatzfahrt konnte abgebrochen werden. Ansonsten stand das Jahr 1997 unter dem Eindruck von 4 Großbränden: der erste in den frühen Morgenstunden des 11.02.97, als es zu einem ausgedehnten Dachstuhlbrand bei der Fa. Medele an der Alpenstraße kam. Das Feuer entstand vermutlich durch einen Computer-Kurzschluß und führte zur völligen Zerstörung des Dachstuhles. Am selben Tag waren mit einem LKW-Brand am Meisteranger und einem Verkehrsunfall bei Fischen noch zwei weitere Einsätze zu bewältigen. Am 27.03.97 brannte ein landwirtschaftliches Gebäude im Klostergut Wessobrunn. Neben unserer Wehr waren noch 4 weitere Feuerwehren im Einsatz, um die Nachbargebäude zu retten, was auch gelang. Am 06.04.97 ging es dann gleich weiter mit der Großbrandserie, als am Sonntagnachmittag das Anwesen Berlinger in der Lichtenau brannte. Hier konnte durch den gemeinschaftlichen Einsatz mehrerer Wehren der gesamte Viehbestand gerettet und auch ein Übergreifen auf den Wohnbereich verhindert werden. Ein weiterer Einsatzschwerpunkt waren in 1997 wieder einmal schwere Verkehrsunfälle, so am 01.06.97, als auf der B2 in der Ettinger Senke ein Fahrer eines amerikanischen Wagens trotz Gegenverkehrs überholte und einen Frontalzusammenstoß verursachte, bei dem 2 Menschen starben und 3 schwer verletzt wurden. Ein weiterer von insgesamt 16 Unfällen passierte am frühen Morgen des 04.09.97 als ein mit 4 Personen besetzter PKW auf der B2 bei Wielenbach ungebremst an einen Baum fuhr. Der Fahrer überlebte schwerstverletzt, die anderen drei, alles junge Männer auf dem Heimweg von München, starben. Am 10.07.97 verursachte wieder einmal ein Unwetter diverse Wasserschäden in Weilheim. Ein Strohfuhrwerk fing am 16.08.97 auf der B2 Höhe Abzweigung Pähl an zu brennen und verursachte so einen längeren Einsatz, bis das Stroh vollständig abgelöscht war. Hier hatte der Verfasser als Gruppenführer des alten Tanks 21/2 ein etwas mulmiges Gefühl, war doch sein Maschinist der neu gewählte 2. Kommandant Konrad Bischel, der aber auch als Maschinist keine schlechte Figur abgab. Dass auch der Heilige Abend einem Brand nicht heilig ist, zeigte sich am 24.12.97, als frühmorgens in der Glanerstraße ein PKW vollständig ausbrannte. Zu Ende ging das Jahr dann am 31.12.97, als kurz nach 18.00 Uhr der vierte Großbrand ausbrach: in einem  landwirtschaftlichen Nebengebäude im Gut Gossenhofen bei Marnbach kam es zum Vollbrand des Dachstuhles. Auch hier konnte das Schadensausmaß begrenzt und ein Übergreifen auf andere Gebäudeteile verhindert werden. Als wir um ca. 22.00 Uhr wieder ins Gerätehaus einrückten, war dies am letzten Tag seiner offiziellen Dienstzeit auch der letzte Einsatz des alten, jetzt restaurierten TLF 21/2 aus dem Jahr 1957. Aber das Jahr 1997 brachte noch weiteres: am 31.01.97 anlässlich der Jahreshauptversammlung wurde Altbürgermeister Dr. Johann Bauer, der von 1958 bis 1990 Vorstand der Wehr war zum Ehrenvorstand ernannt. Weiterhin wurde, auch bereits im Vorfeld der Vorbereitungen für das Jubiläum im Jahre 2001 der Vorstand des Feuerwehrvereins über eine Satzungsänderung um einen stellvertretenden Kassier (Reinhart Heberlein) sowie um vier Beisitzer erweitert. Zu Beisitzern wurden gewählt Eugen Drexl, Peter Kriesmair, Andreas Hinkofer und Christian Fuchs. Wie im Herbst 1996 in der Presse angekündigt, traten am 25.02.97 mit Gaby Schweiger-Koterba und Petra Gattung die beiden ersten Frauen seit Kriegsende ihren Dienst bei der Freiwilligen Feuerwehr Weilheim an. Das in 1996 beschlossene Fahrzeugkonzept 2000  war nicht mehr nur Papier, am 12.01.97 wurde das erste Wechselladerfahrzeug mit Abrollbehälter Plane feierlich, allerdings bei Eiseskälte eingeweiht. Im Laufe des Jahres kam dann planmäßig auch noch der Abrollbehälter Tank, ein Tank mit 7.000 Litern Löschwasser dazu. Am 26.04.97 fand in Weilheim eine große, überörtliche Strahlenschutzeinsatzübung statt. Zusammen mit den Wehren aus Fürstenfeldbruck, Olching, Penzberg, Schongau und den Werkfeuerwehren der Firmen Boehringer, Penzberg und Weihenstephan sowie BRK und Polizei und unter den Augen von Bürgermeister, Stadtrat, Presse und Bevölkerung wurde am Gymnasium Weilheim die vom Verfasser ausgearbeitete und vom KBI Anton Kappendobler geleitete Übung erfolgreich absolviert. Als Übungsbeobachter und Schiedsrichter fungierten KBM Abt und Matthias Ott von der Berufsfeuerwehr München.

Am 21.06.98 hat für die Jugend der Feuerwehr Weilheim alles gepasst! Anlässlich des 25-jährigen Jubiläums der Jugendgruppe in der Weilheimer Wehr fand der diesjährige Kreisfeuerwehrjugendtag auch in Weilheim statt. Bei strahlendem Wetter holte sich dann unsere Jugend auch noch den ersten Platz und konnte den von Schirmherrn Bürgermeister Klaus Rawe gestifteten Pokal in der Kreisstadt behalten! In diesem Jahr wurde erstmals auch ein Übungswochenende veranstaltet. Von Freitag, 24.06.98 nachmittags bis Samstag , 25.06.98 abends konnte die Weilheimer Wehr zusammen mit dem THW auf dem Gelände des Truppenübungsplatzes Murnau eine ganze Reihe verschiedenster Einsatzsituationen relativ realitätsnah üben. Übernachtet wurde direkt auf dem Truppenübungsplatz, die Verpflegung stellte das THW sicher. Die Übung war ein voller Erfolg, die Beteiligten waren begeistert und neben den Übungen kamen auch Spaß und Kameradschaft nicht zu kurz. Die Werkfeuerwehr Zarges wurde im Laufe des Jahres aufgelöst und im Zuge dessen hat die Fa. Zarges das gesamte Material der bisherigen Werkfeuerwehr nun der Feuerwehr Weilheim als Spende übereignet, u.a. ein Tragkraftspritzengfahrzeug. Auch dieses Jahr war der Tag der offenen Tür am 13.09.98 wieder rege besucht, er stand diesmal unter dem Hauptthema „Gefährlicher Brandrauch". Der erste größere Einsatz des Jahres fand statt am 08.03.98, als mitten in der Nacht der Barbereich im Gemeindehaus Marnbach brannte. Am 28.03.98 war dann in der Holzhofstraße 8 ein Wohnungsbrand zu löschen, am 17.04.98 ein Zimmerbrand in der Pöltnerstraße 26. Am Nachmittag des 01.05.98 wütete ein schweres Gewitter über Weilheim, was für uns eine Reihe von Sturm- und Wasserschadeneinsätzen bedeutete. Ein weiterer Einsatz für unser selbstgebautes Dehnfugenlöschgerät ergab sich am 03.05.98 in der Berger Straße in Huglfing, als die Trennfuge eines Doppelhauses (Eigentümer: Herr Bauer, Fa. Foto Bauer, Weilheim) in Brand geriet. Hier zeigte sich auch einmal wieder, dass auch eine Kübelspritze ein hervorragendes Löschgerät ist, ausreichende Muskelkraft und Ausdauer vorausgesetzt. Auch die neue Wärmebildkamera wurde hier erstmals erfolgreich eingesetzt, während gleichzeitig auch noch ein schwerer Unfall bei Egenried unsere Hilfe nötig machte. Das nächste schwere Unwetter suchte Weilheim am Abend des 21.07.98 heim. Wieder waren diverse Sturm- und Wasserschäden zu beheben. Als dann fast alle Fahrzeuge wieder im Gerätehaus waren, kam dann noch ein Einsatz: „Brennt Dachstuhl Weilheim, Paradeisstraße 40". Nachdem noch eine ganze Menge Feuerwehrleute im Gerätehaus waren, konnte auch dieser Einsatz sehr schnell bewältigt und der Brand auf seinen Entstehungsort begrenzt werden, ohne dass sich der Schaden ausweiten konnte. Beim Einsatz der Drehleiter wurde allerdings ein absolut vorschriftswidrig geparktes Auto leicht beschädigt; eine Tatsache, die bei der Art und Weise, wie manche Zeitgenossen ihre Autos parken, nicht verwundert. Was hier in manchen Wohngegenden Weilheims zum Teil stattfindet, könnte irgendwann einmal große Probleme aufwerfen - und nur, weil nicht wenige Autobesitzer manchmal so völlig gedankenlos parken, nur weil sie zu faul sind, auch nur wenige Schritte zu Fuß zu gehen. Zu insgesamt 16 Verkehrsunfällen musste die Wehr in diesem Jahr ausrücken, so am 06.08.98, als bei Wessobrunn eine 18-jährige junge Frau nur noch tot aus ihrem Fahrzeug geborgen werden konnte, das sich mehr oder weniger um einen Alleebaum gewickelt hatte. Wieder einmal die Situation, dass ein PKW  in der Ammer lag, hatten wir am 29.10.98 bei Oderding. Zu einer kurzfristigen Verschiebung des traditionellen Ehrenabends der Feuerwehr Weilheim kam es am 13.11.98, da ein großer Teil der teilnehmenden Führungskräfte zuvor noch einen Einsatz, einen Maschinenbrand in der Fa. Meku im Gewerbegebiet Trifthof zu bewältigen hatten. Den größten und auch herausragendsten Einsatz des Jahres hatten die Feuerwehr Weilheim jedoch am 15.12.98, als es in der Beizerei der Fa. Zarges um 11.15 ein Gefahrstoffunfall passierte. Beim Umfüllen einer benutzten Beize in einen bereitstehenden Entsorgungsbehälter kam es zu einer heftigen chemischen Reaktion, in deren Verlauf sich die flüssige Mischung stark erhitzte und u.a. nitrose Gase bildete und freisetzte. Da der Behälter nur unter Einsatz von Chemikalienschutzanzügen geborgen werden konnte, wurden sehr schnell weitere Feuerwehren alarmiert. Außer uns waren noch der Gefahrgutzug der Feuerwehr Penzberg, die Feuerwehr Peißenberg, das THW, die UG ÖEL, das BRK und die Polizei im Einsatz - insgesamt 92 Personen.

Und dann kam das Jahr 1999, das sich im Nachhinein als das ereignisreichste, arbeitsreichste und einsatzintensivste Jahr der Geschichte der Feuerwehr Weilheim erweisen sollte. So waren u.a. 44 Brandeinsätze zu bewältigen, 1998 waren es noch 29. Begonnen hatte es am 11.01.98, als kurz vor 22.00 Uhr der Alarm kam für einen Wohnungsbrand in der Johann-Baur-Straße 25 mit dem Zusatz, dass noch eine Person in der Wohnung sei. Die Wehr war sehr schnell am Einsatzort und konnte so auch eine 73-jährige Frau noch lebend aus der brennenden Wohnung retten. Am 09.02.99, ebenfalls abends um kurz vor 22.00 Uhr wurde starke Rauchentwicklung im Krankenhaus Weilheim bemerkt, ein vorschriftswidrig abgestellter Wagen mit OP-Wäsche war - vermutlich durch Brandstiftung - zum Brennen gekommen. Auch hier konnte Schlimmeres durch das schnelle Eingreifen verhindert werden. Am 01.04.99 wurde die Wehr zur nachbarschaftlichen Löschhilfe nach Etting gerufen,; hier galt es, den Brand des landwirtschaftlichen Anwesens Promberger zu bekämpfen. Am 17.04.99 abends ereignete sich ein schwerer Verkehrsunfall an der B2, Abzweigung Tutzing, bei dem 3 Personen im Fahrzeug eingeklemmt waren und befreit werden mussten, einer davon leider nur noch tot. In diesem so einsatzreichen Jahr waren Gott sei Dank „nur" 5 Verkehrsunfälle mit 4 Verletzten und 2 Toten zu bewältigen. In der Nacht zum 01.05.99 verursachte ein übler Freinachtscherz einen Brand mit Millionenschäden. An der Ostseite der Realschule Peißenberg wurde im Bereich der Mülltonnenhäuschen ein Brand gelegt, der über die Holzverkleidung der Ostseite schnell auf den Dachstuhl des Mitteltraktes übergriff und diesen zum Teil zerstörte. Und dann kam Pfingsten. Schon tagelang war das Wetter schlecht gewesen, es hatte viel geregnet und zudem war im Spätwinter in den Bergen viel Schnee gefallen. Dies alles, verbunden mit einer Zunahme des Regens am Freitag, den 21.05.99 führte dann zum größten Einsatz der Nachkriegsgeschichte für die Freiwillige Feuerwehr Weilheim. Vom 21.05.99 bis zum darauf folgenden Dienstag, 25, 05.99 wurden insgesamt 3265 Stunden geleistet zum Vergleich: 1979 beim Hochwasser waren es noch 1755 Stunden). In der stärksten Phase, am Samstagvormittag, war in der Ammer ein Durchfluss von über 600 m³ Wasser pro Sekunde zu verzeichnen (wiederum zum Vergleich: 1979 waren es ca. 290 m³/s, der Normalwert liegt bei ca. 10 - 15 m³/s). Insgesamt waren im Bereich Weilheim 19 Feuerwehren, der THW-Ortsverband Weilheim und weitere 18 THW-Ortsverbände zum Teil aus Nordbayern im Einsatz, dazu BRK, Wasserwacht, Bergwacht, Bundeswehrangehörige und viele viele freiwillige Helfer. Einer davon kam sogar nach Aufforderungen im Radio bis von Frankfurt/Main mit dem Zug, um 2 Tage lang hier mitzuhelfen. Einsatzschwerpunkte waren in Weilheim der gesamte Ammerverlauf, insbesondere die Bereiche Ammerschule-Lohgasse und Blumen-Geith-Paradeis, weiterhin die Kläranlage, der Trifthofanbinder sowie das gesamte Trifthofgebiet, der Simetsbach, dessen Wassermassen mit Macht nach Weilheim drängten und die Gebiete Ölschlag-Angermaierstraße-Sonnwendstraße bis hin zur Johann-Baur-Straße Richtung Krankenhaus in reißende Flüsse verwandelte. Insgesamt wurden in Weilheim ca. 100.000 Sandsäcke gefüllt, dies an verschiedensten Einsatzstellen, auch im Feuerwehrgerätehaus, das aussah, als wäre es eine Kiesgrube. In der Nacht zum Samstag wurde dann auch vom Landratsamt der Katastrophenfall erklärt, der erst Samstagnacht wieder aufgehoben wurde. Am Sonntag wurden dann bereits die ersten Sandsäcke wieder abgebaut, und das in großer Eile, sie wurden in Penzberg dringend gebraucht; dasselbe geschah am Montag, als man weitere Sandsäcke nach Fürstenfeldbruck lieferte. Fast untergegangen sind an diesem Wochenende kleinere Einsätze wie ein Fahrzeugbrand am Dietlhofer See in der Nacht von Freitag auf Samstag, oder die Bergung zweier PKW am Hahnenbühel bzw. in Oderding. Seinen ersten Mehrtageseinsatz (drei Tage ohne Unterbrechung) bestand unser Ölsanimat in Eglfing, als ebenfalls im Zusammenhang mit dem Hochwasser bei der Fa. Lechner 15.000 Liter Heizöl, Diesel etc. ausliefen und die Umwelt massiv bedrohten. Fast alle Feuerwehrleute aus Weilheim leisteten bei diesem Großschadenereignis weit mehr, als man jemals von Freiwilligen erwarten dürfte, einige bis fast an die Grenzen ihrer körperlichen Leistungsfähigkeit. Manche, auch Jugendliche, konnten nur mit deutlichen Befehlen zu Ruhepausen nach Hause geschickt werden. Nicht wenige, haben im Anfangsstadium mehr als 24 Stunden ohne jegliche Pause Dienst getan. Ebenfalls Großartiges wurde von den Frauen vieler Aktiver unter der hervorragenden Führung von Annemie Prochaska geleistet, die jederzeit die Versorgung der Einsatzkräfte sicherstellten.  Als sehr positiv empfanden die meisten von uns die zum Teil erhebliche Hilfsbereitschaft vieler Bürger unserer Stadt, nicht nur bei der direkten Mithilfe, sondern auch dadurch, dass einfach mal eine Kanne warmer Kaffee oder Tee auf die Straße gebracht wurde oder Brotzeit und Getränke ohne große Worte bereitgestellt wurden. In diesem Zusammenhang fiel allerdings auch leider negativ auf, dass eine nicht zu kleine Anzahl Bürger sich zu dem entwickelten, was man allgemein als Katastrophentouristen bezeichnet. Solche Schaulustige, zum Teil mit kleinen Kindern (!!)  scherten sich absolut nicht um Anweisungen, gefährdete Dammbereiche zu räumen; im Gegenteil, man musste sich teilweise Beleidigungen gefallen lassen. Alles in allem ist Weilheim auch durch die Anstrengungen aller Einsatzkräfte vor einer echten Katastrophe knapp bewahrt worden, allerdings vor allem auch dadurch, dass der Ammerpegel gerade noch rechtzeitig zu sinken begann. Was dann am Sonntag, Montag und Dienstag noch anstand, das waren diverseste Einsätze in Weilheim zum Auspumpen von Kellern, Tiefgaragen etc., sowie zur Wiederherstellung der Einsatzbereitschaft und zum dringen notwendigen Aufräumen des Feuerwehrgerätehauses. Denn das Jahr ging ja noch weiter. Am 22.06.wurde die Wehr zum Brand eines landwirtschaftlichen Anwesens nach Polling/Längenlaich gerufen, bei dem in den Flammen auch ein ältere Frau zu Tode kam. Am 03.08.99 mittags brach im Dachgeschoß eines Reihenhauses in der Karolinger Straße ein ausgedehnter Brand aus, vermutlich durch eine defekte Lampe. Hier konnte mit Mühe ein Übergreifen auf die benachbarten Reihenhäuser verhindert werden, das betroffene Dachgeschoß brannte jedoch völlig aus. Am 17.08.99 brannte es in der Verteilerstation der Erdefunkstelle Raisting. Zum Jahresende hin bescherte uns das Sturmtief Lothar am 26.12.99 noch einmal neun Sturmschadeneinsätze. Aber auch abseits von den Einsätzen war das Jahr 1999 sehr ereignisreich. Es stand die Konzeption und Beschaffung eines neuen Löschgruppenfahrzeuges LF 16/12 an, was nicht zuletzt aufgrund des geplanten Einbaues einer so genannten CAFS-Druckluft-Schaum-Löschanlage einen erheblichen Zeitaufwand bedeutete. Es wurde für die gesamte Mannschaft Mitte des Jahres neue Schutzkleidung (leichte Einsatzjacken, neue Einsatzhosen sowie 25 neue schwere Einsatzjacken) beschafft. Bei der Jahreshauptversammlung am 24.03.99 erhielten aus der Hand von Kreisbrandrat Rudolf Krois unser Mitglied Ulrich Eschmann das Feuerwehrehrenkreuz in Gold für 40-jährige aktive Dienstzeit, Anton Kappendobler dasselbe in Silber für 25-jährige aktive Dienstzeit. Es gab auch einige Wechsel in den Dienstposten der Wehr. So wurde als Nachfolger für den aus Altersgründen ausgeschiedenen Gerätewart Erich Berchtold Martin Zitzmann fest angestellt; neuer Hausmeister wurde Robert Weinzierl. Zum Jahreswechsel 1999/2000 wurden Christian Fuchs und Rudolf Knirsch zu neuen Jugendwarten ernannt, neuer Stüberlwirt ist Peter Merker. Am 12.06.99 erreichte die Feuerwehrjugend beim diesjährigen Kreisfeuerwehrjugendtag nach dem Sieg im Vorjahr einen ausgezeichneten 2. Platz. Nach einer entsprechenden Nachwuchswerbeaktion wuchs die Jugendgruppe gegen Jahresende auf noch nie dagewesene 25  Jugendliche, darunter auch zwei Mädchen. Anlässlich eines erstmals durchgeführten Elternabends wurde den Eltern unserer Jugendlichen die Arbeit in der Feuerwehr und die direkte Ausbildung ihrer Kinder erläutert und vorgeführt, zudem wurden sie von beiden Kommandanten, dem 2. Vorstand Anton Perchermeier, den Jugendwarten Wilfried Hoffmann und Stephan Künne und dem Verfasser als Schriftführer auch über die rechtlichen Aspekte des Dienstes Jugendlicher in der Feuerwehr aufgeklärt. Gegen Jahresende musste die Wehr dann auch noch zwei tragische Ereignisse verkraften. Am 27.10.99 schied unser allseits beliebter und geschätzter Jugendwart und Gruppenführer Wilfried Hoffmann freiwillig aus dem Leben, am 13.12.99 verstarb urplötzlich unser bisheriger Stüberlwirt Willi Prochaska. Beide wurden unter überwältigender Anteilnahme fast der gesamten Mannschaft auf ihrem letzten Weg begleitet. So endete dieses wahrlich ereignisreichste Jahr der Geschichte unserer Wehr.

Und auch das Jahr 2000 schien unter einem unglücklichen Stern für die Feuerwehr Weilheim zu beginnen. Am 21.01.2000 wurden wir bei eisglatter Straße zu einem schweren Verkehrsunfall auf die B2 in Höhe Kohlenmeiler/Huglfing gerufen. Im Nachhinein stellte sich heraus, dass die Frau, die wir aus den Trümmern ihres Autos herausschneiden mussten, die Gattin eines unserer Kameraden war. Im Feuerwehrhaus machte sich nach Bekannt werden dieser Tatsache lähmendes Entsetzen breit. Unser Mitglied Eberhard Weigel, Kaplan und Notfallseelsorger, kümmerte sich um den betroffenen Kameraden. Gott sei Dank stellte sich heraus, dass nicht nur die beiden auch im Auto gewesenen Kinder lediglich leicht verletzt waren, sondern auch die Frau unseres Kameraden nicht so schlimm betroffen war, wie das anfangs zu vermuten war. Ein paar Tage darauf, am 26.01.2000 wurden wir frühmorgens um 03.45 Uhr zur nachbarschaftlichen Löschhilfe nach Fischen gerufen. Hier brannte die Schreinerei Zandt lichterloh. Das größte Problem bei diesem Einsatz stellte die enorme Kälte mit über -20° Celsius dar, die Löschwasser sofort gefrieren ließ und auch den eingesetzten Kräften ziemlich zu schaffen machte. Ein weiterer überörtlicher Brandeinsatz war dann am 12.03.2000 zu verzeichnen, als es in Peißenberg bei der Fa. Grillo brannte. Ein Gott sei Dank nur kleines Hochwasser brachte uns der 18.03.2000, als nach starken Regenfällen der Simetsbach etwas über die Ufer trat.  Vorsorglich wurden die angrenzenden Wohnhäuser mit Sandsäcken gesichert, wobei wiederum 47 Mann insgesamt 235 Stunden im Einsatz waren. Am 24.04.2000 wurden wir wiederum überörtlich alarmiert. Im Altenheim an der Gartenstraße in Penzberg waren nach einem Zimmerbrand weite Teile des Hauses verraucht. 70 Senioren mussten zum Teil über Drehleitern, zum teil auch liegend evakuiert werden. Insgesamt waren hierbei über 300 Feuerwehrleute von 14 Wehren im Einsatz. Einen weiteren Einsatz unseres Ölsanimats bescherten uns wiederum starke Regenfälle, die einen kleinen Bach bei Rottenbuch über die Ufer treten ließen. Er überschwemmte den Keller eines Baugeschäfts und ließ dort die Öltanks auftreiben und umkippen. Die auslaufenden 2000 Liter Heizöl konnten jedoch in bewährter Weise vom Wasser getrennt werden. Am 03.11.2000 war dann am Bärenmühlweg 17 ein Zimmerbrand zu löschen. Übers Jahr gerechnet hatten wir  wiederum 11 schwere Verkehrsunfälle mit 5 Verletzten und 2 Toten abzuarbeiten. Der 01.12.2000 bescherte uns spätabends noch eine Vermisstensuche, die aber nicht lange dauerte, da der Vermisste kurze Zeit später sich bei seiner Familie einfand. Am 04.12.2000 war an der B2 am nördlichen Stadtrand ein Stadelbrand zu löschen, was sich aufgrund der Menge des darin gelagerten Heus als ziemlich langwierig erwies. Am 09.12.2000 hatte die Stadt Weilheim großes Glück: infolge Brandstiftung geriet ein Stand des Weihnachtsmarktes in Brand. Gottlob wurde dieser Brand sehr früh bemerkt, wodurch die Einsatzkräfte sehr schnell alarmiert werden konnten. Der erste Kommandant war mit seinem Privat-PKW als erstes am Einsatzort und zog mit der Polizei einen zweiten, fast schon in Mitleidenschaft geratenen Stand mit der Hand weg, bevor dann das nunmehr eingetroffene TLF den brennenden Stand ablöschte. Wäre der Brand später bemerkt worden, so hätte es auf unserem Marienplatz ein Inferno geben können. Auf der Jahreshauptversammlung am 24.03.2000  konnte neben dem Bericht des Kommandanten über das Hochwasser-Jahr 1999 auch unser 2. Vorstand Anton Perchermeier für 40 Jahre aktiven Feuerwehrdienst das Feuerwehrehrenkreuz in Gold empfangen. Aufgrund der komplizierten Beschaffungsplanung verzögerte sich die an sich geplante Auslieferung des neuen LF 16/12 auf das 2. Quartal 2001. Als neues Fahrzeug konnte allerdings ein so genannter Dekon-P des Bundes, ein Fahrzeug mit Ausrüstung zur Personendekontamination, Funkrufname  Florian Weilheim 97/1 übernommen werden. Dieses Gerät wird seit November 2000 laufend beübt, um Mitte 2001 dann dem Landratsamt die entsprechende Einsatzbereitschaft melden zu können.

Und damit rundet sich dieser kleine geschichtliche Abriss wieder, denn wir sind angelangt im Jubiläumsjahr 2001. Es begann einsatzmäßig am 13.01.2001, als mitten in der Nacht in Peißenberg der Tabalugahof brannte, ein Einsatz der Weilheimer Wehr war jedoch nicht mehr erforderlich. Ein kleiner Zimmerbrand in der Steinstraße 8 war dann am 25.02.2001 abzuwickeln, bevor am 05.03.2001 kurz vor vier Uhr morgens ein schwerer Verkehrsunfall  bei Wessobrunn uns aus den Betten rief, bei dem eine Person verletzt befreit wurde. Eine ähnliche Einsatzsituation, eine Verkehrsunfall mit eingeklemmter Person erwartete uns am 09.03.2001, also nur vier Tage später auf der B2 Süd Höhe Butterberg, und erneut am 23.03.2001 spätabends auf der B2 Nord Höhe Dietlhofer See. Den ersten Einsatz unseres neu ausgelieferten LF 16/12 konnten wir bereits wenige Stunden, nachdem es in unserer Fahrzeughalle eingestellt wurde verzeichnen. Am 01.05.02001, auch wieder kurz vor vier Uhr morgens brannte, wohl in Folge eines „Freinachtscherzes" in der Schießstattsiedlung im Paradeis ein Palisade, die aber mit der neuen CAFS-Anlage sofort gelöscht wurde. Was die Arbeit im Feuerwehrverein angeht, so begann das Jahr 2001 genauso, wie das Jahr 2000 geendet hatte, nämlich mit einer Menge Arbeit an Vorbereitung für den diesjährigen 125. Geburtstag unserer

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Krumpperstraße 27
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